Leistbare Wohnungen werden in Wien zunehmend zum knappen Gut. Die Mietpreise steigen in die Höhe, gleichzeitig sinkt das Angebot an Wohnraum. Das Resultat: ein stark umkämpfter Wohnungsmarkt.
Miriam S. hat es selbst erlebt. Gegenüber "Heute" schildert sie ihre mühevolle Suche nach einer halbwegs leistbaren Wohnung. Zwischenzeitlich musste sie bei einer Freundin in ihrer Einzimmer-Wohnung unterkommen. Ein halbes Jahr hat es insgesamt gedauert, bis die Wienerin eine Wohnung fand, die preislich im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten lag.
"Wohnungsanzeigen werden extrem schnell wieder gelöscht. Man muss sofort beim Makler anrufen, um überhaupt nur eine Chance zu haben. Und nicht einmal dann ist ein Besichtigungstermin garantiert, denn der Wohnungsmarkt ist so stark umkämpft, dass immer mehr Personen eine Wohnung nehmen, ohne sie anzuschauen", schildert die Studentin. Ein Beispiel: Für ein WG-Zimmer hatte sie sich beworben, bloß 24 Stunden war die Anzeige online und schon wurden über 100 Anfragen gestellt.
Der Wohnungsmarkt bleibt weiter angespannt. Das belegen auch aktuelle Daten. Laut Wohnungsmarktbericht von CBRE weist Wien im Bundesländervergleich die größte strukturelle Unterversorgung auf. Die Zahl an Neubauten sinkt: 2025 werden in Wien rund 8.800 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch gleichzeitig wächst die Stadt und die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch.
Dazu kommt: Hohe Baupreise und Teuerungen treiben nicht nur die Baukosten, sondern auch die Quadratmeterpreise in die Höhe. Eigentumswohnungen kosten im Schnitt bereits 6.500 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von fünf Prozent. Die Spitzenmieten legten im Jahresvergleich um 5,4 Prozent zu und liegen bei 19,40 Euro pro Quadratmeter.