"Fund meines Lebens"

100 Jahre später – Sportwagen fährt nach Monte Carlo

Von einer Scheune in den Alpen nach Monte Carlo: Der österreichische Sportwagen "Avis" Type 3 erfüllt 100 Jahre später sein Versprechen.
Olivia  Brandstetter
24.01.2026, 07:00
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1926 war dem österreichischen Team die Teilnahme an der bekannten Rallye Monte Carlo nicht möglich – das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung. Heuer ist es so weit.  "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: wir halten unser Wort und werden die 'nationale Schuld' begleichen: es war versprochen, dass ein 'Avis' in Monte Carlo fährt und es wird ein 'Avis' in Monte Carlo fahren – zwar 100 Jahre später als geplant, aber besser spät als nie“, so Robert Krickl, Projekt-Initiator, Wissenschaftler und Inhaber des "Avis" Type 3.

1926: Erster Versuch

Die Mutter der Rallyes und Österreich sollte Teil davon sein. Im Jahr 1926 wollte die Firma "Avis-Flugzeug- und Autowerke" an der Rallye Monte Carlo teilnehmen. Der Wagen kam aus der Fabrik in Brunn am Gebirge (Bezirk Mödling, NÖ).

Am 19. Jänner 1926 begann die Reise von Wien aus. Zeitlich im Rahmen und trotzdem verpasst: Das Wetter spielte nicht mit. Als der Wagen schon an der Grenze zu Italien war, konnte er wegen meterhohem Schneefall nicht weiterfahren. Am 21. Jänner 1926 sollte also kein österreichischer Sportwagen an der Zieleinfahrt sein.

Sensationeller Fund

Der Wagen geriet in Vergessenheit und dann die Überraschung: "Der Sensationsfund des 'letzten seiner Art'" – so wird es in der Aussendung beschrieben. In einer Scheune in den Alpen stand der "Avis" Type 3. Genau ein solcher war auch im Jahr 1926 angetreten. "Das war der Fund meines Lebens", so Krickl im "Heute"-Gespräch.

Restauriert und ausgestellt

Mit wissenschaftlicher Betreuung wurde der Wagen einer professionellen Restaurierung unterzogen. 2025 konnte er so auf die jährliche Sonderbriefmarke der "Autos"-Serie der Österreichischen Post kommen. Ende 2025 wurde er dann im Eingangsbereich des Museums Niederösterreich ausgestellt.

Robert Krickl (r.) und Jennifer Hatlauf (li.) sind Teil des Organisationsteams.
all rights reserved, Robert Krickl

"Historische Fahrzeuge sind weit mehr als 'nur alte Autos'. Sie sind rollende Zeitzeugen – greifbare Dokumentation unserer technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. In ihnen spiegelt sich Innovationsgeist, Designkultur, Handwerkskunst und die Mobilitätsgeschichte ganzer Generationen wider. Wer ein historisches Fahrzeug erhält, bewahrt nicht nur einen Motor und Mechanik, sondern vor allem Wissen: über Materialien, Fertigungstechniken, Ingenieurslösungen und Alltagskultur", so Krickl.

"Mission Monte Carlo 26"

Krickl erklärt, warum sie sich diesem Projekt stellen: "Wegen der strahlenden Symbolkraft: Das Auto und die Aktion sind starke Symbole – dafür, dass Zeitgeschichte wertvoll ist, dass man nicht vergessen darf scheinbar Alltägliches für die Nachwelt zu erhalten und nicht zuletzt dass sich ein Blick in die Geschichte lohnt um zu erkennen, dass man trotz ungünstiger äußerer Umstände etwas in der Welt bewegen kann."

Von Jänner bis März wird die Straßenfahrtauglichkeit des "Avis" Type 3 wiederhergestellt. In den Monaten März bis Juni gibt es dann Monitoring, Testfahrten und Dokumentationen.

Im Juli ist dann die Fahrt des Kult-Autos nach Monte Carlo. Von August bis Dezember wird sich dann um Nachbereitung, Publikationen und TV-Dokumentationen gekümmert.

Der Wagen wird wie vor 100 Jahren nach Monte Carlo fahren, bei der echten, schnellen Rallye Monte Carlo ist er nicht dabei.

Vorbereitung auf den großen Tag

Ein Nachteil: Dieser "Avis" Type 3 ist der "letzte seiner Art". Das heißt, es gibt keine Ersatzteile. "Der olympische Gedanke ist daher dem Blick auf die Stoppuhr vorzuziehen", heißt es in der Aussendung. Wenn Fahrtüchtigkeit und Straßenzulassung wiederhergestellt sind, wird es neben Monitoring-Testfahrten auch 3D-Scans geben, um notfalls Teile nachproduzieren zu können.

Kann man mitverfolgen

Die gesamte Reise des "Avis" Type 3 kann man mitverfolgen. Außerdem sind auf der Reise nach Monaco Vorträge, Präsentationen und Schulprojekte geplant.

{title && {title} } bro, {title && {title} } Akt. 27.01.2026, 10:11, 24.01.2026, 07:00
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