Gestern starteten die ersten Gespräche der SPÖ mit den anderen Parteien. Das erste Treffen fand mit der ÖVP statt, die wahrscheinlichste Variante ist (derzeit) aber eine rot-grüne Koalition in St. Pölten.
Noch am Wahlabend um 22 Uhr fixierte SP-Fraktionsvorsitzender Michael Kögl die erste Geprächsreihe, den Start machte am Montag um 15.30 Uhr die VP – dann ging es im Eineinviertel-Stundentakt weiter. Pro Partei wurden drei Vertreter entsandt. Im Vorfeld kündigte VP-Frontmann Florian Krumböck gegenüber "Heute" an: "Wir werden nicht über Posten reden. Es braucht entsprechende inhaltliche Angebote, damit eine Veränderung spürbar ist."
Für die herben Verluste der Roten (minus 13,41 %) machte die Landespartei die Bundespolitik verantwortlich. Unterstützung hingegen erhält Matthias Stadler (5.575 Vorzugsstimmen) – auch von der Stadtpartei. Im Präsidium und im Vorstand wurde dem Langzeitbürgermeister (seit 2004 im Amt) einstimmig das Vertrauen ausgesprochen worden: "Klar ist, dass die SPÖ als stimmenstärkste Partei den Bürgermeisteranspruch stellt."
Als wahrscheinlichste Variante gilt eine Koalition mit den Grünen – diese errangen vier Mandate, waren um 16.45 Uhr geladen. Spitzenkandidat Walter Heimerl-Lesnik zu "Heute": "Ich möchte den Gesprächen nicht vorgreifen, es ist ein erstes Abtasten und wir hören zu, was die SPÖ zu sagen hat. Wir wollen mitgestalten."
FP-Landesrat Martin Antauer rechne mit Rot-Grün, was für St. Pölten "ein Wahnsinn wäre". Die Wähler wollen aber eine Veränderung, so Antauer.
Dass die SPÖ – mit wem auch immer – wieder den Bürgermeister stellt, ist sehr wahrscheinlich. Eine mögliche schwarz-blaue Koalition geht sich von den Mandaten her nicht aus.