Als Taylor Swift im Sommer 2024 ihre Konzerte in Wien absagte, war für viele klar: Das war kein normales Sicherheitsrisiko, sondern ein ernster Terrorverdacht.
Was damals kaum jemand wusste: Zur gleichen Zeit saß ein junger Österreicher tausende Kilometer entfernt in Saudi-Arabien im Gefängnis. Dem 21-jährige Niederösterreicher droht wegen mutmaßlicher Terror-Straftaten die Todesstrafe. Brisant ist nun: Sein Name taucht in jenem islamistischen Umfeld auf, das auch zur Terrorwarnung in Wien geführt hat, die zur Absage der Swift-Shows führte – berichtet das Profil.
Am 11. März 2024 wurde der damals 20-jährige Niederösterreicher Hasan E. in Mekka festgenommen. Laut saudischen Behörden soll er mit einem Messer einen staatlichen Sicherheitsbeamten angegriffen und weitere Personen verletzt haben. Der Vorfall ereignete sich im Umfeld der Al-Haram-Moschee, dem heiligsten Ort des Islam.
Hasan E. wurde überwältigt und kurz darauf in das Hochsicherheitsgefängnis Dhahban nahe Dschidda überstellt. Dort sitzt er bis heute in Haft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Parallel zum Verfahren in Saudi-Arabien beschäftigen sich österreichische Ermittler mit einem islamistischen Netzwerk in der Heimat. Im Fokus steht dabei auch Beran A., ein ebenfalls 21-jähriger Österreicher, der seit Sommer 2024 in Wien in Untersuchungshaft sitzt. Ihm wird vorgeworfen, einen Anschlag auf die Taylor-Swift-Konzerte geplant zu haben. Auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Laut Ermittlungsakten standen Hasan E. und Beran A. in engem Kontakt. In Chat-Nachrichten soll es um Gewalt, Märtyrertum und mögliche Anschlagsziele gegangen sein. Ermittler gehen davon aus, dass mehrere Städte im Visier standen – darunter auch Wien.
Während der mutmaßliche Anschlag in Wien verhindert wurde, soll Hasan E. seinen Plan in Saudi-Arabien umgesetzt haben. Erst durch die Auswertung von Mobiltelefonen im Zuge der Wiener Ermittlungen wurde dieser Zusammenhang deutlich.