"Ich springe aus dem Fenster", soll Kevin A. (30) im Jahr 2023 gedroht haben, als mehrere Polizisten in seine Wohnung in Wien-Ottakring eintreten wollten. Sie waren von A.s Bekannter Maria alarmiert worden, da er ihr eine Abschiedsnachricht gesendet hatte.
Um das Schlimmste zu verhindern, forderten die Beamten den an Borderline erkrankten Wiener dazu auf, die Wohnungstüre zu öffnen. Als Kevin A. dies tat, schob einer der Polizisten seinen Fuß zwischen Tür und Angel und drückte sie mit der Schulter auf. Das Resultat: eine Verletzung mit langen Nachwehen und eine Klage gegen A.
10.000 Euro Schadenersatz soll der 30-Jährige nun zahlen. Der Grund: Wegen der Verletzung an der rechten Schulter musste der Polizist längere Zeit im Krankenstand bleiben und klagte auch noch Monate nach dem Vorfall über Schmerzen.
"Kevin wird besachwaltert. Ich verstehe nicht, warum er so viel Geld zahlen muss", fragt sich Maria im Gespräch mit "Heute".
Der Anwalt des Polizisten klärt auf: Die Kosten setzen sich aus rund 7.000 Euro Klagsforderung zusammen, 811 Euro entfallen auf Zinsen, 1.899 Euro auf Verfahrenskosten. "Es gab kein Strafverfahren, also haben wir privat geklagt", hieß es vom Juristen. Nur so habe man Anspruch auf eine Bevorschussung vom Staat in Bezug auf den Schadenersatz.