"Will, dass er bezahlt!"

Gehirnblutung! 6,5 Jahre Haft wegen Beute um 6 Euro

Eine blutige Attacke am bekannten Hotspot Bahnhof Floridsdorf hatte nun ein Nachspiel am Wiener Landl. Im Streit wurde eine Frau fast umgebracht.
Thomas Peterthalner
20.04.2026, 07:45
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Ein 28-Jähriger musste sich nun am Landl wegen schweren Raubes und absichtlich schwerer Körperverletzung verantworten. Der Wiener soll eine Frau mit maximaler Gewalt attackiert haben – für minimale Beute – wir berichteten. Top-Verteidiger Roland Friis übernahm die Vertretung des Angeklagten. Der AMS-Bezieher hatte professionellen Beistand auch bitter nötig.

Hotspot Bahnhof Floridsdorf

Der Angeklagte soll im Jänner eine Bekannte am Bahnhof Floridsdorf bewusstlos geprügelt haben. Laut Anklage packte er die Frau an den Haaren, schlug ihren Kopf drei Mal auf den harten Fliesenboden. Grund soll ein Streit um Drogen gewesen sein. Der Wiener raubte ihr nach der blutigen Attacke angeblich zwei Substitol-Pillen im Wert von 6 Euro, ließ die Verletzte liegen. Die Frau erlitt eine Hirnblutung, dazu zahlreiche Brüche im Gesicht. Sie überlebte knapp, der Verdächtige war schnell ausgeforscht.

"Will, dass er bezahlt"

"Ich will nur, dass er dafür bezahlt, dass er mich fast umgebracht hat", so das Opfer am Landl. Der Verdächige – er hat bereits neun Vorstrafen – bestritt den Raub. Die Frau soll selbst schwer süchtig sein und mit dem Angeklagten drei Tage lang durchgemacht haben. Dabei wurden angeblich jede Menge Drogen – Kokain und Substitolpillen – konsumiert.

Top-Verteidiger Roland Friis vertrat in der Causa.
Denise Auer

Opfer leidet noch immer an Folgen

Die Frau konnte sich in dem Prozess an vieles nicht mehr erinnern, verwechselte Dinge vor Gericht. Die Richterin hielt fest, dass das Opfer von der Attacke noch dermaßen beeinträchtigt war, dass sie beim Gehen aus und in den Gerichtssaal von ihrer Prozessbegleiterin gestützt werden musste.

6,5 Jahre Haft

Der amtsbekannte 28-Jährige hatte die Frau erst Anfang November 2025 kennengelernt. "Er zeigte Reue, 3.000 Euro Schmerzengeld wurden anerkannt", so Top-Verteidiger Roland Friis. Das Urteil: 6,5 Jahre Haft wegen absichtlich schwerer Körperverletzung – nicht rechtskräftig. Laut Friis wären wegen der Schwere der Tat bis zu 15 Jahre Haft möglich gewesen.

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