Ein junger Afghane sorgte für Probleme an einer Schule in Wien-Neubau. Am 12. März eskalierte die Lage. Im Unterricht drohte der 15-Jährige angeblich Mitschülern und einer Lehrerin mit einem Amoklauf an der Mittelschule. "Was würden Sie tun, was würden Sie machen, wenn ich morgen mit einer Pistole in die Schule komme?", soll er die Lehrerin gefragt haben. "Wenn ich könnte, würde ich die ganze Welt und alle Menschen und auch meine Familie auslöschen!" Die schockierenden Sätze waren in der Anklage dokumentiert.
Bei der Pädagogin schrillten die Alarmglocken, sie holte sofort Hilfe. Der Bub wurde angezeigt, nun stand er vor Gericht am Wiener Landl – gefährliche Drohung lautete der Vorwurf der Anklage nach dem Jugendstrafrecht.
Laut Staatsanwaltschaft habe der Afghane die Lehrerin und seine Mitschüler "implizit gefährlich mit dem Tod bedroht, um sie in Furcht und Unruhe zu versetzen". Bei der Verhandlung stritt der Jugendliche – gekonnt verteidigt von Staranwältin Astrid Wagner – den Vorwurf ab. "Ich habe das nur sarkastisch gemeint", erklärte er. Einen Amoklauf auszuführen, sei nie seine Absicht gewesen.
Der Prozess wurde Montag (13.4.) vertagt, bei der nächsten Verhandlung im Mai sollen weitere Zeugen, darunter die betroffene Lehrerin, als Zeugen gehört werden. Für den 15-Jährigen gilt die Unschuldsvermutung.
Erst letzte Woche erschütterten gleich mehrere Amokdrohungen Schulen in Wien. Am Mittwoch, dem 8. April, ging bei einer Schule in der Friesgasse ein Drohanruf ein. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, auch Spezialeinheiten wie Cobra und WEGA standen im Einsatz. Auch in Wien-Liesing gab es Amok-Alarm an einer Schule.