Freispruch im Derby-Prozess

Austrianer bestreitet Platzsturm – "Doppelgänger war’s"

Ein Austrianer soll beim Derby-Platzsturm 2024 dabei gewesen sein. Jetzt wurde er freigesprochen – Zweifel blieben.
Christoph Weichsler
13.04.2026, 13:03
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Der Platzsturm beim Wiener Derby im September 2024 hatte für massive Szenen gesorgt: Fans auf dem Spielfeld, verletzte Polizisten und ein großer Prozess mit insgesamt 22 Angeklagten. Jetzt ist das Verfahren abgeschlossen – mit einem Freispruch für einen 45-jährigen Austria-Fan.

Dem Mann war vorgeworfen worden, selbst am Platzsturm beteiligt gewesen zu sein und dabei sogar Bengalos geworfen zu haben. Die Anklage lautete auf schwere gemeinschaftliche Gewalt. Entsprechend groß war der Druck im Prozess - doch am Ende blieb entscheidend, dass die Beweise nicht ausreichten – berichtet die APA.

Identität nicht eindeutig

Zentraler Punkt war die Frage der Identität. Auf Videoaufnahmen der Polizei ist zwar ein Täter zu sehen, doch dessen Gesicht war teilweise verdeckt. Eine vom Gericht veranlasste Analyse ergab nur eine Übereinstimmung von rund 50 Prozent mit dem Angeklagten. Für die Richterin war klar: Das reicht nicht, um eine Verurteilung zu tragen.

Es könne nicht mit der nötigen Sicherheit festgestellt werden, dass es sich tatsächlich um den 45-Jährigen handelt. Genau dieser Zweifel gab am Ende den Ausschlag für den Freispruch.

Zeugin bringt Zweifel

Zusätzliche Unsicherheit brachte die Aussage einer Zeugin. Sie hatte den Angeklagten vor dem Spiel gesehen – allerdings in anderer Kleidung als jene Person auf den Aufnahmen. Besonders ein Detail blieb hängen: "Jedes Mal hat er das gleiche T-Shirt an. Und das ist sehr alt", sagte sie.

Genau dieses Shirt habe er auch an diesem Tag getragen. Im Stadion selbst habe sie ihn später jedoch nicht mehr gesehen – ein weiteres Detail, das nicht zur Version der Anklage passte.

"Doppelgänger" als Erklärung

Der Angeklagte selbst sprach durchgehend von einer Verwechslung. Er habe bei Spielen immer wieder einen Mann gesehen, "der aussieht wie ich vor zehn Jahren". Für ihn war die Sache klar: "Warum soll ich sagen, dass ich das bin, obwohl ich’s nicht war?"

Am Ende blieb für das Gericht zu viel Unsicherheit. Der Mann wurde im Zweifel freigesprochen - das Urteil ist bereits rechtskräftig. Damit endet auch der große Derby-Prozess, bei dem andere Angeklagte mit Geldzahlungen, Stadionverboten oder bedingten Haftstrafen davonkamen.

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