Auch mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg lauert die Gefahr noch immer im Boden. Alte Granaten, Munition und Blindgänger beschäftigen den Entminungsdienst des Bundesheeres beinahe täglich. Besonders betroffen ist Niederösterreich.
Von Jänner bis Ende Juli rückten die Spezialisten österreichweit zu 624 Einsätzen aus. Gleich 296 davon entfielen auf Niederösterreich. Damit fand fast jeder zweite Einsatz des Entminungsdienstes in NÖ statt.
Besonders viel zu tun gab es im März in NÖ mit 61 Einsätzen. Auch der Juli war mit 57 Ausrückungen außergewöhnlich arbeitsreich.
In ganz Österreich bargen, überprüften und vernichteten die Spezialisten in den ersten sieben Monaten über 12.800 Kilogramm Kriegsmaterial. Allein im Juli kamen knapp drei Tonnen zusammen.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (VP) warnt davor, die Gefahr der alten Sprengkörper zu unterschätzen: "Die beachtliche Menge von über 12 Tonnen geborgener Sprengmittel führt uns vor Augen, wie präsent die verdeckten Gefahren der Vergangenheit noch heute sind."
Hinter Niederösterreich folgt Oberösterreich mit 88 Einsätzen. In der Steiermark waren es 77, in Kärnten 46 und in Wien 35. Im Burgenland rückte der Entminungsdienst 34-mal aus, in Tirol 27-mal, in Salzburg 14-mal und in Vorarlberg siebenmal.
Das Bundesheer warnt eindringlich davor, verdächtige Gegenstände selbst anzugreifen oder zu bewegen. Durch jahrzehntelange Alterungsprozesse kann historische Munition besonders empfindlich und unberechenbar sein.
Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, soll Abstand halten, andere Personen fernhalten und sofort die Polizei verständigen. Diese alarmiert anschließend den Entminungsdienst.