Der Sparkurs bei Wacker Chemie trifft die Grenzregion zu Oberösterreich mit voller Wucht: Am Standort Burghausen werden insgesamt 1.300 Stellen gestrichen. Das ist mehr als ein Achtel der dortigen Belegschaft – viele Beschäftigte pendeln täglich aus dem Innviertel über die Grenze zur Arbeit.
Schon vergangenes Jahr hatte der Chemiekonzern angekündigt, wegen der anhaltenden Branchenflaute massiv sparen zu müssen. Wie berichtet, war damals konzernweit von rund 1.600 gefährdeten Jobs die Rede. Nun steht fest: Der Großteil davon entfällt direkt auf Burghausen im oberbayerischen Landkreis Altötting.
Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Stattdessen setzt Wacker auf ein Freiwilligenprogramm, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge. Laut Bericht der "OÖN" soll der Abbau bereits im Juni starten.
Zusätzlich wurde eine Reduktion von Arbeitszeit und Gehalt um vier Prozent bis 2028 für alle Beschäftigten in Deutschland vereinbart. In Burghausen arbeiten rund 8.000 Menschen, etwa 700 davon kommen aus OÖ, weitere 20 aus anderen Bundesländern.
Für das Innviertel ist der Einschnitt damit besonders brisant. Viele Familien in der Region hängen direkt oder indirekt an dem Chemie-Riesen. Wie berichtet, hatte der geplante Stellenabbau schon zuvor für große Verunsicherung entlang der Grenze gesorgt – trotz angekündigter Großinvestitionen des Konzerns.
Wacker begründet die Maßnahmen mit einer seit längerer Zeit schwachen Nachfrage in der Chemiebranche. Mit dem Sparprogramm will der Konzern künftig jährlich rund 300 Millionen Euro einsparen. Wie stark die Krise den Arbeitsmarkt im Innviertel tatsächlich trifft, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.