Steigende Kosten, aggressive Billig-Konkurrenz und ein schwieriges Marktumfeld setzen Depot seit Längerem zu. Nun zieht die Wohnaccessoires-Kette die Konsequenzen und verabschiedet sich vollständig aus Österreich. Alle 24 Filialen schließen bis spätestens 31. Jänner 2027. Rund 140 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz.
Eigentümer Christian Gries (55) bestätigte die Entscheidung gegenüber der "Krone". Die Belegschaft wurde am Dienstagmittag per Videokonferenz informiert. Eine Insolvenz soll es im Gegensatz zu Deutschland, wo die letzten Geschäfte bereits Ende September zusperrten, nicht geben.
"Wir werden Österreich ordentlich abwickeln. Ich möchte keine Insolvenz", erklärt Gries. Die Beschäftigten sollen bis Ende Jänner ihr reguläres Gehalt erhalten, auch das Weihnachtsgeld werde ausbezahlt. Einen Sozialplan oder eine Arbeitsstiftung gibt es allerdings nicht. Stattdessen werden reguläre Kündigungen ausgesprochen.
Wirtschaftlich habe sich das Geschäft trotz mehrerer Anläufe nicht mehr auf Kurs bringen lassen. Neben höheren Mieten, Löhnen und Transportkosten machen Depot vor allem Diskonter wie Action, TEDi und KiK sowie Onlineanbieter wie Temu zu schaffen. Auch gestiegene Zölle auf bestimmte Produkte hätten die Preise nach oben getrieben.
Mit dem Rückzug startet gleichzeitig eine Rabattaktion. Ab Mittwoch werden zunächst 30 Prozent auf das gesamte Sortiment gewährt. Je nach Verlauf des Abverkaufs sollen die Nachlässe bis Ende Jänner weiter steigen.
Für Nachschub ist gesorgt: Gries hat zusätzliche Waren im siebenstelligen Eurobereich bestellt, die wöchentlich in die Geschäfte geliefert werden sollen. Mit den Einnahmen will das Unternehmen unter anderem Gehälter und Mieten bezahlen. Gutscheine können noch bis spätestens 31. Jänner 2027 eingelöst werden.
Eine spätere Rückkehr nach Österreich schließt der Unternehmer nicht aus. Er überlegt bereits, Depot mit einem neuen Konzept weiterzuführen. Der Abschied fällt dem seit 2021 in Tirol lebenden Deutschen dennoch schwer: "Der unternehmerische Abschied von Depot aus Österreich fällt uns alles andere als leicht. Dass wir das Kapitel nun beenden müssen, bedauere ich sehr."