In Kärnten fließen Milliarden in die Chipproduktion. Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon investiert bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro in sein Werk in Villach. Dort soll die weltweit erste Großserienfertigung neuartiger Galliumnitrid-Chips (GaN) auf 300-Millimeter-Wafern entstehen. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.
Die Halbleiter gelten als besonders energieeffizient. Sie schalten schneller als herkömmliche Siliziumchips und sollen dadurch Stromverbrauch und Kosten senken. Zum Einsatz kommen sie etwa in KI-Rechenzentren, Elektroautos, Solaranlagen und Robotern.
Für die Produktion nutzt Infineon bereits vorhandene Reinräume, die teilweise modernisiert werden. Damit sollen die Fertigungskapazitäten möglichst kostengünstig erweitert werden.
Der Konzern erwartet ein kräftiges Marktwachstum. Bis 2031 soll das Geschäft mit GaN-Chips ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro erreichen. "Wir setzen ein Zeichen für den Technologiestandort Villach und Österreich", sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck am Dienstag in Wien.
Finanzielle Unterstützung gibt es auch vom Staat. Insgesamt 319 Millionen Euro fließen im Rahmen des European Chips Act in das Projekt. Das gaben Bundeskanzler Christian Stocker und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) bekannt. Die EU-Kommission hatte die Förderung erst am Montagabend genehmigt.
Die Grundlage für die neue Fertigung wurde bereits 2024 geschaffen. Damals gelang Infineon in Villach die Herstellung der neuartigen Chips auf 300-Millimeter-Wafern. Bisher läuft die Produktion auf einer Pilotlinie, nun folgt der Ausbau zur Großserie.
"Mit den 1,1 Milliarden gehören wir zu den drei größten Industrie-investitionen in Österreich", erklärte Herlitschka. Infineon ist damit gleich zweimal unter den drei größten Industrieinvestitionen des Landes vertreten.