In Wien

14.445 Anträge! – Zahl der Einbürgerungen explodiert

Allein 2025 wurden bei der MA 35 insgesamt 14.445 Anträge auf Einbürgerung eingebracht – ein Plus von 56,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wien Heute
02.06.2026, 15:38
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Die Zahl der Einbürgerungsanträge in Wien explodiert. Mit eigens entwickelten Digital-Tools will die MA 35 die Verfahren nun deutlich beschleunigen – und erste Erfolge sind bereits sichtbar.

Die Wiener Magistratsabteilung 35 (Einwanderung und Staatsbürgerschaft) steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Immer mehr Menschen beantragen die österreichische Staatsbürgerschaft. Allein 2025 wurden 14.445 Anträge auf Einbürgerung eingebracht – ein Plus von 56,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Fokus auf Digitalisierung

Um die steigende Zahl an Verfahren bewältigen zu können, setzt die Behörde verstärkt auf Digitalisierung. Zwei Mitarbeiter der MA 35 haben dafür eigene Programme entwickelt, die den Arbeitsalltag deutlich erleichtern sollen.

Das Tool "SWEM" ("Scannen wie ein Meister") übernimmt etwa das automatische Erfassen, Trennen, Benennen und Speichern von eingescannten Dokumenten. Was bisher zahlreiche Arbeitsschritte erforderte, läuft nun weitgehend automatisiert ab.

21.700 Verfahren wurden erledigt

Auch bei der Verteilung von Akten kommt mittlerweile Software zum Einsatz. Das Programm "NiciFlow" weist elektronische Akten automatisch den zuständigen Mitarbeitern zu. Laut MA 35 wurde dadurch ein Arbeitsschritt, der früher rund eine Woche dauerte, auf lediglich 30 Sekunden reduziert.

Die Auswirkungen zeigen sich bereits in den Zahlen: Während die Anträge stark gestiegen sind, konnten 2025 gleichzeitig um 63,2 Prozent mehr Verfahren abgeschlossen werden als im Jahr davor. Insgesamt wurden im Bereich Einbürgerung und Staatsbürgerschaft rund 21.700 Verfahren erledigt. Davon entfielen etwa 10.300 auf Nachfahren von NS-Opfern.

Wartezeit auf Antragstermin noch immer lang

Die Behörde führt den starken Anstieg unter anderem auf die geopolitische Lage zurück. Viele Menschen würden angesichts internationaler Krisen und Konflikte nach langfristiger Sicherheit suchen. Zudem leben zahlreiche Flüchtlinge, die 2015 und 2016 nach Österreich gekommen sind, mittlerweile lange genug im Land, um die Voraussetzungen für eine Einbürgerung zu erfüllen.

Die MA 35 stand in der Vergangenheit immer wieder wegen langer Wartezeiten in der Kritik. Nach Angaben der Behörde konnten diese inzwischen deutlich reduziert werden. Derzeit beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf einen Antragstermin für die Einbürgerung rund 186 Tage – also noch immer ein halbes Jahr. Vor einigen Jahren mussten Antragsteller teilweise noch mehr als ein Jahr auf einen Termin warten.

Weitere digitale Hilfsmittel in Planung

Integrationsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) sieht die Digitalisierung als wichtigen Erfolgsfaktor: "Jeder Prozess, jedes Werkzeug und jeder Handgriff wird auf Verbesserungspotenzial untersucht", betont sie. Weitere digitale Hilfsmittel sind bereits in Entwicklung. Damit soll die MA 35 den steigenden Andrang auch künftig bewältigen können.

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