Auf der Stadionallee

15 statt 3 Ampeln – Taxler laufen Sturm gegen Sperre

Die Stadionallee und die Meiereistraße sollen – auch für Taxis – gesperrt bleiben. Die Innung läuft dagegen Sturm, wünscht sich eine Ausnahmeregelung.
Wien Heute
11.03.2026, 22:17
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Die Straßenbahnlinie 18 wird um 3,1 Kilometer verlängert – von der U3 Schlachthausgasse bis zum Ernst Happel Stadion. Die Strecke führt über die Meiereistraße und die Stadionallee quer durch den Prater. Seit Juni 2025 gilt daher in beiden Straßen in Wien-Leopoldstadt eine Durchfahrtssperre – und diese soll auch ohne Ausnahme dauerhaft bleiben – "Heute" berichtete.

Dagegen laufen nun die Taxler und die Kleintransporteure Sturm. Die Wirtschaftskammer Wien fordert eine Ausnahmeregelung – nur eine geringe Zahl von Taxis und Kleintransporteuren würde täglich die Stadionallee nutzen. Aufgrund der Sperre kommen aber nun große Umwege auf diese Fahrer zu.

Umweg bedeutet 15 statt 3 Ampeln

Eine Paketzustellung etwa von der Kleingartenanlage Wasserwiese zu weiteren Empfängern im Bereich Engerthstraße/Meiereistraße ist bisher über Stadionallee und Meiereistraße rund 1,6 Kilometer lang. Bei einer Sperre würde sich die Strecke auf 4,9 Kilometer über die A23 verdreifachen oder auf sechs Kilometer über den Praterstern sogar fast vervierfachen – in letzterem Fall wären es dann statt drei Ampeln 15.

Darstellung des Umweges durch die Sperre der Stadionallee.
WK Wien

Die Sperre schade aber auch der Umwelt: Bei einem CO₂-Ausstoß von rund 200 g pro Kilometer bedeutet dies pro Klein-Lkw bis zu 880 g zusätzliches CO₂ pro Fahrt und Richtung, also mehr als viermal so viel.

Rund 13.000 Fahrzeuge betroffen

"Längere Umleitungen belasten Klima, Konsumenten und Unternehmer. Anders als von Kritikern unserer umweltfreundlichen Lösung angeführt, sind in Wien lediglich 8.100 Taxis sowie 4.800 Kleintransporter zugelassen – in Summe knapp 13.000 Fahrzeuge. Nur diese haben die Kennzeichen-Endungen TX bzw. KT, die sie zur Durchfahrt der Stadionallee und Meiereistraße berechtigen sollen", erklärt Resul Ekrem Gönültaş, Obmann der Wiener Taxi-Innung.

Gurdial Singh Bajwa, Obmann der Wiener Kleintransporteure, unterstreicht: "Abgesehen davon, dass niemals alle diese 13.000 Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs sind, nutzen auch nicht alle täglich die Stadionallee. Besonders Kleintransporteure bedienen meist nur bestimmte Gebiete. Der Großteil von ihnen kommt daher auf ihren Touren nie in den 2. Bezirk. Genauso fährt hier auch nicht jeden Tag jedes Taxi."

Stadt bleibt beim Fahrverbot

Doch die MA 46 (Verkehrsorganisation) bleibt beim generellen Fahrverbot: Die Hauptallee werde von vielen Menschen zum Laufen, Spazieren, Radfahren oder mit Kinderwagen genutzt. Bisher sei diese Erholungsachse an der Stadionallee immer wieder von Autoverkehr – teils sogar Schwerverkehr – unterbrochen worden. Mit der neuen Regelung werde dort künftig nur noch die Straßenbahn queren.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.03.2026, 22:17
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