Das Martyrium begann im Mai 2025. Unter einem Vorwand wurde eine 16-Jährige in eine Wohnung in Wien gelockt. Dann schnappte die Falle zu: Ein noch unbekannter Mann soll die Tür versperrt und die Jugendliche angegriffen haben. Trotz massiver Gegenwehr wurde das Mädchen laut den bekannten Informationen auf eine Matratze gestoßen, fixiert und vergewaltigt. Über diesen Fall berichtete zuerst die Kronen Zeitung.
Ein zweiter Mann soll sich ebenfalls an dem Mädchen vergangen haben. Die Identität dieses Verdächtigen ist mittlerweile geklärt: Es handelt sich um einen 19-jährigen Syrer aus Graz, der trotz der Schreie und Gegenwehr nicht von ihr abgelassen haben soll.
Die mutmaßlichen Täter sollen die Tat gefilmt haben. Gemeinsam mit einem dritten Mann wurde das Material laut Berichten genutzt, um das Opfer einzuschüchtern. Die Drohung war eindeutig: Sollte sie zur Polizei gehen, werde das Video veröffentlicht.
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Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
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Monatelang lebte das Mädchen mit diesem Trauma und der ständigen Angst – bis zum Herbst. In einem Park in Graz erkannte sie plötzlich einen ihrer Peiniger wieder. Dieser Moment gab ihr offenbar den Mut, ihr Schweigen zu brechen. Im Oktober 2025 erstattete sie schließlich Anzeige, der Mann wurde festgenommen – er ist in der Justizanstalt Graz Jakomini in Haft.
Obwohl für den 19-jährigen Hauptverdächtigen – einen arbeitslosen Ex-Häftling – vor Kurzem die Handschellen klickten, stehen die Ermittler vor einer Mauer des Schweigens. Der Verdächtige verweigert standhaft jede Aussage, was die Beweisführung massiv erschwert. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Da die Tat viele Monate zurückliegt, kann sich das Opfer nicht mehr genau an die Wohnung in Wien erinnern.
Die Polizei fahndet unterdessen mit Hochdruck nach den weiteren Beteiligten. Die LPD Graz bestätigt ein Ermittlungsverfahren durch die Kriminalpolizei, gibt derzeit keine weiteren Details bekannt.