Vom Traum zur Pleite

Fake-Krypto-Guru zockt Steirer um 300.000 Euro ab

Ein Steirer ging einem Krypto-Betrüger auf den Leim. Am Ende waren 300.000 Euro weg. Eine Spur zum Täter gibt es nicht.
Newsdesk Heute
18.03.2026, 11:45
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Immer wieder kommt es zu Fällen von Online-Betrug. Die Geschichte dahinter ist oft dieselbe: Opfer wollen das große Geld machen, werden am Ende jedoch knallhart abgezockt. Warnsignale werden zuvor meist ignoriert oder übersehen. Die Täter hinter der Abzocke sind nur schwer auffindbar.

So geschah es auch einem Steirer. Der Mann wurde Opfer eines sogenannten Pig butchering scams. Dabei wird das Opfer von einem "Mentor" oder einer "Geliebten" zu dubiosen Investments überredet.

Profil wirkte echt

Im Falle des Steirers war es ein angebliches Instagram-Profil des US-amerikanischen Kryptografen David Schwartz. Auf den ersten Blick wirkte es echt. Das Profil war mit Bildern und Motivationsreden des Multimillionärs ausgestattet. Sogar ein blauer Authentifizierungshaken soll vorhanden gewesen sein. Des Weiteren war das Profil seit 2016 online und hatte Hunderttausende Follower.

Im Sommer 2025 wollte auch der Steirer den großen Wurf landen. Gegenüber der "Kleinen Zeitung" erzählte der Mann, dass er nicht reich sein wollte, aber unabhängig. Der Wunsch, mit 50 Jahren in Pension gehen zu können und nur noch zu arbeiten, wenn er es möchte, waren zu verlockend.

Der Steirer reagierte auf eine Story des vermeintlichen Multimillionärs. In dem Glauben, nun exklusive Krypto-Investment-Tipps zu erhalten, investierte der Mann viel Geld. Zuerst 10.000 Euro, dann 50.000 Euro und danach weitere 100.000 Euro.

Echter Schwartz nicht auf Instagram aktiv

Zunächst war der Steirer auf dem Papier sogar Millionär, ganze 7,5 Millionen US-Dollar wurden ihm im Spätsommer 2025 auf dem Konto der Webseite angezeigt. Die täglichen Gewinne seien unrealistisch hoch gewesen, auch Warnhinweise habe es gegeben. Dennoch habe der Steirer die Wahrheit nicht akzeptieren wollen.

Besonders dramatisch ist, dass der Mann das auffälligste Warnsignal übersehen habe. Zu der Zeit, als der Steirer seine Investments tätigte, hatte sich der echte Schwartz via X zu Wort gemeldet. Dort gab er an, auf Instagram kaum aktiv zu sein und kein aktives Profil zu besitzen.

Mehrere Gebühren gefordert

Nach sieben Monaten wollte der Steirer sich seinen vermeintlichen Gewinn dann auszahlen lassen. Die Plattform verlangte aber plötzlich weitere Zahlungen. Erst eine Gebühr, um den Geldwäscheverdacht auszuräumen, dann eine Verkaufsgebühr und eine Beauftragungsgebühr.

Die Auszahlungen hat der Steirer dann aber noch immer nicht erhalten – im Gegenteil. Die Webseite war weg, ebenso seine 300.000 Euro. Wer hinter dem falschen Profil steckt, ist weder ihm noch der Polizei bewusst. Mittlerweile ist sich der Mann sicher, dass er sein Geld wohl nie wieder sehen wird.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.03.2026, 11:45
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