Zwei Monate nicht arbeiten, stattdessen fernsehen - und das mit einer gefälschten Krankmeldung. Genau das brachte einen jungen Oststeirer jetzt vor Gericht.
Der damals 22-Jährige hatte 2023 eine alte Krankmeldung fotografiert, am Computer bearbeitet und an seinen Chef geschickt. So verschaffte er sich zwei Monate frei. Sein Motiv schilderte er vor Gericht offen: "Ich wollte nicht in die Berufsschule", das berichtet die Kleine Zeitung.
Doch dahinter steckt mehr. "Der Grund war meine Drogenabhängigkeit", erklärte der Angeklagte. Er habe exzessiv konsumiert, sich arbeitsunfähig gefühlt und soziale Kontakte gemieden. Auch der Gang zum Arzt sei für ihn schwierig gewesen. "Ich wollte auch der Konfrontation mit meinem Chef entgehen."
Dass er die Zeit großteils mit Fernsehen verbracht hat, gab er zu. Der Schaden: 1.830 Euro, die dem Chef durch die ungültige Krankmeldung entstanden sind.
Dabei hätte sich der junge Mann das Verfahren sparen können. Die Staatsanwaltschaft bot ihm eine Diversion an - gegen Rückzahlung des Schadens. Doch dazu kam es nicht. "Ich hatte nicht das Geld dafür", sagte er laut Kleine Zeitung. Auch seine Eltern konnten nicht helfen, er lebte damals bereits allein und wurde betreut.
Sein Chef zeigte sich dennoch verständnisvoll. "Ich hab ihm gesagt: Wenn er wieder auf eigenen Beinen steht, soll er es zurückgeben." Die Lehre sei bis dahin gut gelaufen - er würde ihn sogar wieder aufnehmen.
Das Gericht sah dennoch schweren Betrug als erwiesen. Die Richterin verhängte fünf Monate Haft bedingt. "Nein, nein, Sie müssen nicht ins Gefängnis", stellte sie klar. Voraussetzung: keine weiteren Straftaten und Zusammenarbeit mit einem Bewährungshelfer.
Der Angeklagte zeigte sich erleichtert: "Ich akzeptiere es."
Solche Fälle sind selten. Laut ÖGK komme Krankenstandsbetrug in dieser Dimension kaum vor. Häufiger seien überzogene Krankenstände - diese würden aber genau geprüft.