Dieser Porsche fährt keinen Meter – und sorgt trotzdem für Aufsehen: Die Heidi Horten Collection holt ein gewichtiges Werk des Künstlers Gottfried Bechtold nach Wien: Ab 29. April steht sein berühmter "Betonporsche" direkt neben dem Haupteingang des Museums.
Was aussieht wie ein Sportwagen, ist in Wahrheit ein massiver Abguss aus Beton. Das Kunstwerk wiegt mehr als 16 Tonnen. Er stammt aus der Serie "Elf Elf" aus dem Jahr 2006 und basiert auf Bechtolds erster Version von 1971.
Vor 50 Jahren galten Autos und Beton noch als Symbole für Fortschritt, Technik und Zukunft. Heute sieht das freilich anders aus: Beton steht wegen seiner klimaschädlichen Herstellung in der Kritik, Autos sorgen in Städten immer öfter für Diskussionen über Verkehr, Platzverbrauch und Umwelt.
"Dass der Betonporsche ausgerechnet auf dem Direktionsparkplatz steht, ist natürlich kein Zufall", sagt Museumsdirektorin Verena Kaspar-Eisert im "Heute"-Gespräch. "Er bringt Kunst ganz nah an unseren Alltag heran – dorthin, wo sonst Mobilität und Status sichtbar werden. In seiner radikalen Unbeweglichkeit hält er uns dabei einen Spiegel vor und stellt ganz beiläufig die Frage, wie wir heute über Fortschritt und Ressourcen denken."
Damit wird das Auto dort inszeniert, wo man sonst tatsächlich Fahrzeuge erwarten würde – nur eben in einer Version, die garantiert nie abgeschleppt werden muss. Begleitet wird die Skulptur von einer Kabinettausstellung im Erdgeschoß der Heidi Horten Collection. Dort ist unter anderem ein Film zu sehen, der zeigt, wie aufwendig der Betonporsche entstanden ist. Außerdem werden Werke wie Bechtolds "Reisebilder" und "Autogesichter" präsentiert, die mit Realität, Inszenierung und Humor spielen.