Große Aufregung in der Nacht auf Montag auf der Rax: Eine 18-Jährige aus dem Bezirk St. Pölten hatte sich bei einer Wanderung verirrt und löste einen großangelegten Sucheinsatz aus.
Die junge Frau war am Sonntagnachmittag, dem 23. August, auf der Rax unterwegs. Beim Abstieg ins Tal verlor sie die Orientierung. Ihrer Mutter teilte sie noch mit, dass sie die Nacht voraussichtlich im freien Gelände verbringen müsse. Wo genau sie unterwegs war und welche Abstiegsroute sie gewählt hatte, blieb jedoch unklar.
Kurz vor 21.30 Uhr alarmierte die besorgte Mutter schließlich die Bergrettung. Für die Einsatzkräfte begann eine schwierige Suche.
Ein großes Problem: Der Akku des Mobiltelefons der 18-Jährigen war leer. Ein weiterer Kontakt mit der Vermissten war daher nicht möglich.
Die junge Frau hatte am Nachmittag eine Fahrt mit der Seilbahn gebucht. Mithilfe von Informationen der Raxseilbahn und einer Handyortung konnte das Suchgebiet in den frühen Morgenstunden zumindest eingegrenzt werden.
Die nächtliche Suche blieb dennoch ohne Erfolg. Gegen 3 Uhr wurde sie vorerst abgebrochen und Gebietsalarm ausgelöst. Um 7 Uhr ging die Suche mit Unterstützung benachbarter Bergrettungsstellen weiter.
Rund eine Stunde später kam plötzlich die erlösende Nachricht von der Mutter: Ihre Tochter sei wohlauf und befinde sich bereits im Zug nach Hause.
Dann ein Aufatmen: "Rund eine Stunde später kam von der Mutter die erlösende Nachricht, dass die Tochter wohlauf sei und sich bereits im Zug nach Hause befinde", berichten die Einsatzleiter Michael Slanar von der Bergrettung Reichenau und Bernhard Kothgasser von der Bergrettung Mönichkirchen.
Wie sich herausstellte, hatte die 18-Jährige die Nacht im Wald einige hundert Höhenmeter oberhalb des Knappenhofs verbracht. Bei Tagesanbruch stieg sie selbstständig ins Tal ab und marschierte anschließend weiter zum Bahnhof nach Payerbach.
Insgesamt beteiligten sich 35 Bergretter, eine vierköpfige Drohnengruppe, Polizisten und Alpinpolizisten, ein Hubschrauber sowie die Suchhundestaffel der Bergrettung Niederösterreich/Wien an der Aktion.
Landesleiter Karl Weber mahnt nach dem Einsatz zu sorgfältiger Tourenplanung. Gerade mit früher einsetzender Dunkelheit und kalten Nächten sei eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Auch auf das Handy allein sollte man sich im Ernstfall nicht verlassen.
Für die Bergrettung Niederösterreich/Wien war es bereits der siebte Einsatz an diesem Wochenende. Im Juli und August liegt das Einsatzgeschehen rund 35 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2025.