Unfallmeldedienste sollen eigentlich das Leben der Autofahrer retten – einer Fahrerin im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz haben sie allerdings eine Strafanzeige wegen Unfallflucht eingebracht. Wie die Polizei am späten Montagabend mitteilte, hatte das in ihrem Wagen verbaute automatisierte Meldesystem einen stärkeren Aufprall auf einer Bundesstraße bei Hettenleidelheim vermeldet. Die Meldezentrale konnte allerdings keinen Kontakt zur Fahrerin herstellen und alarmierte die Polizei. Diese fand vor Ort aber kein verunglücktes Fahrzeug.
Über die Halteranschrift des gemeldeten Autos kamen die Beamten schließlich auf eine 18-Jährige. Wie sich herausstellte, war diese von der Fahrbahn abgekommen und hatte einen Leitpfosten gerammt. Anschließend habe sie sich unerlaubt vom Unfallort entfernt – "in Unkenntnis", dass das Sicherheitssystem ihres Autos den Zusammenprall bereits gemeldet hatte.
Seit März 2018 müssen alle Neuwagen in der EU mit einem sogenannten eCall (emergency call) ausgerüstet sein. Das Notrufsystem meldet einen Verkehrsunfall automatisch an die europaweit einheitliche Notrufnummer 112. Dies soll schnellere Rettungsmaßnahmen ermöglichen und die Zahl der Verkehrstoten senken.
Der TCS forderte damals Transparenz. Dass man mit eCall möglicherweise Leben retten kann, begrüßte der Club. "Aber wenn es nur darum geht, zusätzliche – allenfalls noch für die Sicherheit irrelevante – Daten zu erheben, zu sammeln und auszutauschen, dann muss man das kritisch hinterfragen", sagte ein Sprecher zu 20 Minuten.