Es ist eine Unsitte, die vor allem im Süden Europas noch immer für unschöne Bilder entlang der Autobahnen und Schnellstraßen sorgt: Das entsorgen von Müll aus dem Auto direkt auf die Straße, meist auch noch bei voller Fahrt. In manchen Gegenden hat man den Eindruck, man würde durch eine riesige Mülldeponie fahren – was so manche Autofahrer wohl erst recht dazu ermutigt, sich keine Umstände anzutun und sich den anderen "Schweinderln" beim Müll-aus-dem-Fenster-werfen anzuschließen.
Nicht überall in Europa kehren einem täglich hunderte von Straßenkehrern und Straßenmeistereien mit den modernsten Reinigungsfahrzeugen hinterher. Das kann man kritisieren. Klar ist aber auch, dass in vielen Urlaubsländern Autobahnen privat betrieben werden und/oder mautpflichtig sind – und Straßenreinigung ist teuer. Wer sich also nicht über hohe Autobahnmauten aufregen will, sollte sich zumindest nicht an der Vermüllung der Strecken beteiligen.
Zur "Motivation" besonders willensschwacher Umweltsünder hat Italien daher am Samstag (8. August) landesweit die Verkehrsstrafen drastisch angehoben. "Leichte" Verunreinigungen wie Tschickstummel oder Taschentücher kosten ab nun bis zu 1.188 Euro – wenn man erwischt wird. Eine Mindesthöhe der Strafe gibt es nicht – das liegt im Ermessen des Polizisten. Besonders die aktuelle Waldbrandgefahr kann und wird bei weggeworfenen Tschickstummeln stark erschwerend hinzukommen.
Wer also bei solch einem kleinen "Versehen" noch auf Höflichkeit und Charme im Gespräch mit dem Carabinieri setzen kann, um einer all zu drakonischen Strafe zu entgehen, sollte sich bei allem, was darüber hinausgeht, vorsehen.
Denn als "große" Verunreinigungen gelten bereits Dosen und Flaschen, aber natürlich auch, wer ganze Müllsäcke (etwa an einer Autobahnraststätte) auf oder neben der Straße liegen lässt. Hier gilt eine Mindeststrafe von 1.500 Euro (!). Und der Strafrahmen ist nach oben hin fast offen. Bis zu 18.000 Euro kann die Polizei bei solchen Übertretungen einfordern.
Wer Urlaub in einem Naturschutzgebiet oder Nationalpark macht, sollte sich dessen gut bewusst sein. Hier kann eine Umweltverschmutzung künftig noch schneller zu einer Anzeige – ja sogar einer strafrechtlichen Anklage kommen. Wer durch seine Verunreinigung die Umwelt "gefährdet", dem drohen im Extremfall bis zu 5,5 Jahre Haft, aber auch ein Führerscheinentzug (bis zu 6 Monaten) und eine Beschlagnahmung des Fahrzeugs ist möglich.