Immer mehr wird weggeworfen

"Auch Sex-Spielzeug": Kuriose Müllfunde an der Autobahn

Es gibt nichts, was man hier nicht findet. Kein Wunder: Alleine im Vorjahr warfen Autofahrer mehr als 9.000 Tonnen Müll auf oder neben die Autobahn.
Olivia  Brandstetter
09.08.2025, 07:00
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Autofahrer fragen sich, wie das Zeug überhaupt dahinkommt. Jede Fahrt auf der Autobahn lässt einen staunen: Es liegt immer mehr Müll auf den Pannenstreifen, auf der Grünfläche daneben und sogar auf dem Mittelstreifen.

"Erwachsenenspielzeug" auf der Straße?

In der Asfinag sind die Mitarbeiter selbst erstaunt über die Funde neben der Autobahn: "Sexspielzeug finden wir immer wieder und von Sofas über Kühlschränke ist alles schon einmal auf der Autobhan gelandet", sagt ein Sprecher zu "Heute". Völlig unverständlich: Sogar ein ganzes Boot ist hier abgestellt worden (siehe Kasten unten).

Dabei bleibt es aber nicht. "Leider, auch sperrige Gegenstände wie Autoreifen, Hausrat wie Bettgestelle oder Ähnliches sind keine Seltenheit", so der Asfinag-Sprecher.

Funfact Boot am Straßenrand:

Der wohl absurdeste Fund: "Ein Segelboot", erzählt ein Asfinag-Sprecher. Gefunden wurde es auf der A2, der Südautobahn. Das war vor fast zehn Jahren. Dieses wurde aber nicht als Müll entsorgt, sondern gilt laut dem Sprecher der Asfinag als verlorengegangenes Ladegut.

Das Boot wurde laut "ORF Burgenland" von der Stadtfeuerwehr Pinkafeld von der Autobahn weggebracht. Zwei Kräne waren dafür nötig. Dann wurde es zur Asfinag in Markt Allhau (Bezirk Oberwart) transportiert.

Verlorenes Ladegut ist laut dem Sprecher der Asfinag alles, was von einer Ladefläche eines Kfz oder Lkw herunterfällt beziehungsweise vorher geladen war – die Nutzung kann dabei sowohl privat als auch gewerblich gewesen sein.

Erschreckende Bilanz: 495 Tonnen mehr Müll

Im Vergleich zum Jahr 2023 ist die Müllmenge auf und neben heimischen Autobahnen und Schnellstraßen im Vorjahr um 495 Tonnen auf 9.020 Tonnen angestiegen.

Der Sprecher der Asfinag sagt auf die Frage nach dem Grund dafür: "Im Detail ist das sicher schwierig zu beantworten. Grundsätzlich gehen wir aber davon aus, dass es in Zusammenhang mit dem insgesamt leicht gestiegenen Verkehrsaufkommen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen liegt."

Niederösterreich ist kein gutes Vorbild – andere Bundesländer schon

In Niederösterreich ist die Müllmenge in 2024 verglichen mit 2023 laut einer Aussendung der Asfinag gestiegen – ebenfalls einen Anstieg gab es in den Bundesländern Oberösterreich, Tirol, Steiermark und Kärnten.

In Niederösterreich gab es genauer gesagt einen Anstieg um 139 Tonnen (von 2023: 2.002 Tonnen, 2024: 2.141 Tonnen). Zu dieser Entwicklung in Niederösterreich meint der Sprecher der Asfinag: "Niederösterreich verfügt über rund 500 km Autobahn, dazu kommen noch mehrere Schnellstraßen. Alleine der Umfang des Streckennetzes begünstigt natürlich einen Anstieg der Müllmenge. Aber über die Motive der einzelnen 'Müll-Sünder' kann man nur spekulieren."

Vorbilder für die Müllentwicklung sind Salzburg, Burgenland, Vorarlberg und Wien – in diesen Bundesländern ist die Müllmenge nämlich gesunken.

"Zu Geschoßen werden" – Asfinag-Geschäftsführerin

Der "achtlos weggeworfene Müll" sei laut der Aussendung der Asfinag problematisch. Teilweise müsse der Müll nämlich "händisch eingesammelt werden", so ASFINAG-Geschäftsführerin Tamara Christ in der Aussendung.

"Für unsere Mitarbeitenden ist dies immer mit einem gewissen Risiko verbunden, da dies mittels Tagesbaustellen im fließenden Verkehr erfolgt. Darüber hinaus stellen Flaschen, Dosen oder auch Papier und Zeitungen ein immenses Sicherheitsrisiko für die Verkehrsteilnehmenden dar, weil diese Gegenstände auf Autobahnen zu Geschoßen werden können", erläutert Christ weiter.

Auch der Sprecher der Asfinag äußert sich dazu: "Müll einfach aus dem Auto zu werfen bedeutet nicht nur viel Arbeit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern ist auch rücksichtslos unserer Umwelt und anderen Verkehrsteilnehmenden gegenüber. Eine achtlos entsorgte Zeitung kann aufgewirbelt werden und auf der Windschutzscheibe des nachfolgenden Autos landen – mit schwerwiegenden Folgen!"

"Wir haben ausreichend Mülltonnen auf unseren Rast- und Parkplätzen. Hier gehört der Müll hin – nicht auf die Straße", kritisiert der Asfinag-Sprecher.

Außerdem zieht der Sprecher der Asfinag auch einen Rückschluss auf Müll im Meer: "Achtlos weggeworfener Müll landet aber auch auf Grünflächen und in Fließgewässern, nicht zuletzt gelangt er irgendwann ins Meer. Die erschütternden Bilder der 'Müll-Inseln' im Ozean und die Qualen, die dieser Müll der Tierwelt dort beschert, kennen wir alle zumindest aus dem Fernsehen."

Asfinag will Müllverhalten ändern

Mit den sogenannten "Littering"-Initiativen will die Asfinag das Müllverhalten der Menschen ändern. An "Points of contact" wird mit laut dem Sprecher der Asfinag mit Slogans wie zum Beispiel "Ich bin eine Autobahn – kein Müllplatz" versucht, eine Bewusstseinsschärfung und eine Änderung des Verhaltens bei den Menschen zu schaffen.

Als "Points of contact" beschreibt der Asfinag-Sprecher beispielsweise "Raststationen", "Rastplätze" und "elektronische Überkopfanlagen".

Laut dem Sprecher der Asfinag "beobachten wir, welche Auswirkungen Flaschen- und Dosenpfand haben werden."

{title && {title} } bro, {title && {title} } 09.08.2025, 07:00
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