Großer Andrang am Wiener Landesgericht: Ein 28-jähriger Wiener musste sich wegen schweren Betruges verantworten, weil er von Jänner 2023 bis Februar 2026 seinem Umfeld vorgespielt hatte, erfolgreich Geld anzulegen. Insgesamt 52 Personen übergaben ihm laut Anklage knapp 1,9 Millionen Euro. Unter den Geschädigten sollen sich auch Anwälte, Szene-Gastronomen und Models befinden.
Doch statt das Geld wie versprochen zu investieren, verspielte der ehemalige Unterhauskicker die Millionen bei Sportwetten. Der 28-Jährige erklärte, dass er ursprünglich tatsächlich vorgehabt habe, das Geld anzulegen. Als der Richter wissen wollte, welche Expertise er dafür besessen habe, antwortete der Angeklagte: "Interesse und Leidenschaft."
Begonnen hatte alles mit Geld aus seinem engsten Umfeld. Die Mutter seiner damaligen Freundin soll ihm fast 100.000 Euro zum Investieren übergeben haben. Rund die Hälfte davon war jedoch bald verloren.
"Ich hab' mir gedacht, die beste Möglichkeit, das Geld zurückzubekommen, sind Sportwetten", erklärte der Angeklagte laut "Krone". Daraus entwickelte sich nach Angaben der Verteidigung eine diagnostizierte Spielsucht, wegen der sich der Wiener mittlerweile in Therapie befindet.
Um die Verluste auszugleichen, nahm er immer weiteres Geld entgegen. Die einzelnen Geschädigten verloren Summen zwischen 6.000 und 135.000 Euro. "Sie haben teilweise ihre Existenzen verloren", erklärte ein Vertreter von Privatbeteiligten, wie die "Krone" berichtet.
Besonders schwer wiege für den Angeklagten nach eigenen Angaben, dass er ausgerechnet Menschen aus seinem engsten Umfeld um ihr Geld brachte. "Mir tut besonders der Vertrauensmissbrauch meines Umfelds leid", sagte er vor Gericht und fügte mit erstickter Stimme hinzu: "Das sind alles Freunde und Familie gewesen. Das kann ich nicht mehr gut machen."
Am 25. Februar hatte der Wiener schließlich Selbstanzeige erstattet. Bereits vor dem Prozess hatte sein Verteidiger angekündigt, dass sein Mandant den Geschädigten Schadenswiedergutmachung anbieten wolle.
Hoffnung setzt die Verteidigung dabei auch auf Geld vom Sportwettenanbieter, bei dem ein erheblicher Teil der Millionen verspielt worden sein soll. "Der Sportwettenkonzern ist bereit, etwas zu zahlen", erklärte der Anwalt. Ein Zivilprozess soll angestrebt werden, um zumindest einen Teil des verlorenen Geldes zurückzuholen.
Für den 28-Jährigen endete der Prozess mit einer empfindlichen Strafe. Der Schöffensenat verurteilte den ehemaligen Fußballer zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis. Der Angeklagte kündigte an: "Ich werde mein Bestes geben, um den Schaden wieder gutzumachen." Sowohl er als auch die Staatsanwältin nahmen das Urteil an. Die fünfeinhalbjährige Haftstrafe ist damit rechtskräftig.