Der Wiener Kunstsammler und Mäzen Helmut Essl ist insolvent. Über das Vermögen seines Unternehmens Helmut Essl Management e.U. wurde am Donnerstag am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, wie der Österreichische Verband Creditreform mitteilt.
Laut Günther Moser von Creditreform belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 19 Millionen Euro. Von der Pleite betroffen sind drei Dienstnehmer und zwölf Gläubiger. "Die Kostensteigerungen der letzten Jahre haben Herrn Essl massiv zugesetzt, zudem hat er auch etwas über seinen Verhältnissen gelebt", heißt es von Creditreform in einer Aussendung.
Trotz der hohen Schulden sind Aktiva vorhanden. Essl besitzt Beteiligungen an Unternehmen, mehrere Liegenschaften sowie eine wertvolle Kunstsammlung, darunter Werke des verstorbenen Malers Hermann Nitsch.
Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten. "Ohne weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen wird die Sanierung nicht gelingen", so Creditreform.
Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Clemens Richter bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis 10. März 2026 anmelden. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 24. März, die Sanierungsplantagsatzung für den 21. April 2026 angesetzt.