Große Veränderungen in der Klinik Hietzing: Ab 2027 wird hier kein Kind mehr geboren. Die Geburtenstation der beliebten Wiener Klinik schließt, Babys kommen künftig in die Kliniken Ottakring, Landstraße, Favoriten, Donaustadt und Floridsdorf – alles Häuser mit eigener Neonatologie.
Für werdende Eltern bedeutet das: Betreuung und Sicherheit für Mutter und Kind werden gebündelt, Hietzing selbst konzentriert sich künftig auf Spezialgebiete wie Brustgesundheit, Krebs- und Hormonerkrankungen.
"Noch bis Anfang 2027 können Geburten wie gewohnt in Hietzing stattfinden", sagt Christoph Wohlmuth, Vorstand der Gynäkologie in Ottakring. Die Geburtshilfe sei "voll ausgestattet und bietet umfassende Betreuung ab der 36. Schwangerschaftswoche." Auch die Anmeldung läuft bis acht Monate vor der Schließung wie bisher über geburtsinfo.wien.
In der Praxis betrifft die Verlagerung rund fünf Geburten pro Tag. Bereits jetzt werden Babys mit besonderen Bedürfnissen aus Hietzing in die Klinik Ottakring gebracht. Angela Zacharasiewicz von der Kinder- und Jugendheilkunde in Ottakring betont: "Die Nähe von Geburtshilfe und Neonatologie ist ein zentraler Qualitätsfaktor. Neugeborene können bei Bedarf sofort fachgerecht versorgt werden."
Hietzing selbst bekommt ein neues Profil: Die Gynäkologie spezialisiert sich auf Brustgesundheit, Krebs- und Hormonerkrankungen. "Diese Spezialisierung ermöglicht noch tiefere Expertise und moderne Behandlungspfade", erklärt Wolfgang Huf, Ärztlicher Direktor der Klinik Hietzing. "Für unsere Mitarbeiter*innen bedeutet dies klare Strukturen und professionelle Weiterentwicklung."
Die Entscheidung fällt auch vor dem Hintergrund sinkender Geburtenzahlen in Österreich: Seit fünf Jahren gibt es ein Geburtendefizit, und auch Wien bewegt sich auf stabilem Niveau: 19.185 Lebendgeborene im Jahr 2021, ein Rückgang bis 2023 und wieder ein leichter Anstieg auf 18.926 im Jahr 2024.