Das Drogenversteck einer Mutter aus Toulouse (Frankreich) wäre für die 2-jährige Tochter beinahe zum Verhängnis geworden. Die Kleine entdeckte nämlich das Versteck und die darin befindlichen Ecstasy-Pillen. Nichtsahnend steckte sich das Mädchen eine davon in ihre Nase. Eine Studie, die den versehentlichen Rausch detailliert beschreibt, wurde in der Zeitschrift Archives de Pédiatrie veröffentlicht.
"Wir berichten über einen pädiatrischen Fall von Ecstasy-Vergiftung über einen ungewöhnlichen Weg", schreiben die Mediziner über den ungewöhnlichen Unfall. Irgendwie war es dem Kleinkind gelungen, an die Schachtel über dem Kühlschrank zu gelangen, in der die Pillen aufbewahrt wurden. Ecstasy ist eine eine stimmungsverändernde Clubdroge und "wirkt sowohl als Stimulans als auch als Psychedelikum, das eine anregende Wirkung, Zeit- und Wahrnehmungsverzerrungen sowie ein gesteigertes Gefühl für taktile Erfahrungen hervorruft", was es zu einer beliebten Designerdroge in Nachtclubs gemacht hat.
Durch den Konsum von Ecstasy kommt es zu einer veränderten Wahrnehmung. Es kann halluzinogen wirken und führt meist akut zu einer gehobenen Stimmungslage – mit Glücksgefühlen, Hemmung von Ängsten, hoher Selbstakzeptanz, dem Gefühl von Nähe zu anderen sowie emotionaler Verbundenheit etc. Gleichzeitig wirkt es aufputschend, antriebs- und leistungssteigernd.
Ecstasy kann auch negative Auswirkungen haben. Da der Inhalt und die Konzentration illegaler Ware oft unbekannt ist, sind die Auswirkungen des Konsums nicht vorhersehbar. Körperlich kommt es zu einem Anstieg von Blutdruck, Puls sowie Erweiterung der Pupillen. Auch unwillkürliches Zähneknirschen, Mundtrockenheit, Zittern, Schwindel, Schwitzen, Müdigkeit, Durst treten auf. Zudem können Nervosität, Angst und Depression als akute Zeichen auftreten. Klingt die Wirkung ab, treten mitunter sogenannte "Nacheffekte" über einige Tage auf, wie Erschöpfung, Kopfschmerzen und traurige Verstimmung.
Langfristig kann die Droge Schäden an verschiedenen Gehirnzellen anrichten. Außerdem wird ein Zusammenhang mit Depressionen und Angststörungen angenommen.
Der Mutter gelang es, einen Teil der Pille zu entfernen, bevor sie um Hilfe rief. Das Kind wurde in das nächstgelegene Regionalkrankenhaus transportiert. Tests ergaben, dass das Kind eine Herzfrequenz von 148 Schlägen pro Minute, einen hohen Blutdruck und erweiterte Pupillen hatte.
Glücklicherweise normalisierten sich der Blutdruck und die Augen nach einer Medikamentengabe wieder. Am nächsten Morgen hatte sich der Blutdruck des Kindes vollständig stabilisiert. Das kleine Kind wurde einige Stunden später aus dem Krankenhaus entlassen. In der Zwischenzeit wurde die Mutter als unfähig eingestuft, sich um das Kind zu kümmern. Gemäß dem französischen Kinderschutzgesetz entzogen ihr die Gerichte das Sorgerecht für ihre Tochter und gaben sie in die Obhut der Großmutter väterlicherseits.