Die Tiroler Landespolizeidirektion informiert am Freitagabend über zwei schwere Lawinenabgänge. Einer davon ereignete sich am Mitterkarjoch in Sölden, der andere in Serfaus.
In Sölden machten sich zwei Deutsche, ein 26- und ein 28-Jähriger auf eine Skitour in Richtung Breslauer Hütte auf. Die zwei gleichwertigen Bergkameraden beabsichtigten weiter über das Mitterkar auf die Wildspitze zu steigen. Gegen 13:30 Uhr erreichte das Duo den Einstieg zum Mitterkarjoch auf einer Höhe von rund 3.350 m.
Dort wechselten beide auf Steigeisen und befestigten ihre Tourenskier an den Rucksäcken. Anschließend stiegen beide zu Fuß in Richtung Mitterkarjoch auf. Der 26-Jährige stieg als Erstes in die über 40° steile Rinne ein. Der 28-Jährige verblieb währenddessen in einem sicheren Bereich hinter einem Felsvorsprung und beobachtete seinen Kameraden beim Aufstieg.
Kurz nach dem Einstieg in die extrem steile Rinne, in der Triebschneeablagerungen vorhanden waren, löste sich etwa zehn Meter oberhalb des 26-Jährigen eine Schneebrettlawine. Diese erfasste ihn und riss ihn rund 150 Meter talwärts in Richtung Mitterkarferner mit. Im Auslauf- bzw. Stauungsbereich wurde dieser bis zum Rumpf teilverschüttet. Der 28-Jährige, der den Lawinenabgang beobachtet hatte, setzte umgehend einen Notruf mittels Mobiltelefons ab.
In weiterer Folge konnte dieser im Rahmen der Kameradenrettung aus den Schneemassen befreit werden. Nach der Bergung & Erstversorgung durch die Crew des Notarzthubschraubers wurde der 26-Jährige mit Verletzungen unbestimmten Grades in die Medalp nach Imst geflogen.
Am 13.02.2026 gegen 11:50 Uhr befuhr ein 47-jähriger dänische Staatsangehöriger gemeinsam mit vier weiteren Skifahrern (Freunde) den freien Skiraum von der schwarzen Piste in einem Skigebiet von Serfaus.
Der 47-Jährige fuhr als erster in den nordöstlichen Hang ein, zog drei Schwünge, und löste dabei oberhalb von ihm eine mittelgroße Schneebrettlawine aus. Er wurde von den Schneemassen erfasst und löste zeitgleich seinen Lawinenairbag aus. Dieser wurde ca. 150 Meter mitgerissen und dabei beinahe vollständig verschüttet, lediglich eine Hand ragte aus den Schneemassen. Er konnte von seinen Begleitern nach wenigen Minuten geborgen werden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde dieser beim Lawinenabgang nicht verletzt.