Von Freunden zurückgelassen

20-Jähriger wartete am Berg 14 Stunden lang auf Rettung

Dramatische Rettung am Hochkönig in Salzburg! Zwei Deutsche ließen ihren erschöpften Freund (20) auf 2.600 Metern zurück. Elf Bergretter rückten aus.
02.11.2026, 10:30
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Während seine beiden Freunde den Gipfel erreichten, kämpfte ein 20-jähriger Deutscher auf 2.600 Metern Höhe gegen die eisige Kälte. Völlig erschöpft und unterkühlt saß er mitten im Schneesturm am Hochkönig fest. Für elf Bergretter begann ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit. Erst nach fast 14 Stunden war der junge Mann endlich in Sicherheit.

Trotz Warnungen auf den Berg gestiegen

Das Drama nahm am Samstagnachmittag seinen Lauf. Drei junge Deutsche wollten über den anspruchsvollen Klettersteig Königsjodler den 2.941 Meter hohen Hochkönig in Salzburg erklimmen.

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Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als günstig. Die Wetterprognosen kündigten schwierige Bedingungen an, zudem hatte eine andere Bergsteigerin das Trio ausdrücklich vor der Tour gewarnt.

Dennoch machten sich die drei auf den Weg. Im Bereich des Notausstiegs auf rund 2.600 Metern war für einen der Männer schließlich Schluss. Der 20-Jährige hatte keine Kraft mehr, um weiterzugehen.

Seine beiden Begleiter setzten den Aufstieg fort und erreichten das bereits geschlossene Matrashaus am Gipfel. Der erschöpfte Deutsche blieb zurück und alarmierte die Einsatzkräfte.

Bergretter kämpfen sich durch Schnee und Eis

Für die Bergrettung Mühlbach begann ein äußerst schwieriger Einsatz. Elf Retter machten sich auf den Weg zu dem jungen Mann, während sich das Wetter immer weiter verschlechterte. "Bereits der Aufstieg war aufgrund der herrschenden Witterungsbedingungen auch für unsere Einsatzkräfte fordernd", schilderte Einsatzleiter Wolfgang Haggenmüller gegenüber der "Bild".

Er hielt telefonisch Kontakt zu dem 20-Jährigen und forderte ihn auf, sich weiterhin zu bewegen, damit sein Körper nicht noch stärker auskühlte. Unterstützung aus der Luft war nicht möglich. Wegen des heftigen Schneetreibens konnte der alarmierte Rettungshubschrauber nicht zum Einsatzort fliegen.

Auch der Aufstieg stellte die Mannschaft vor enorme Herausforderungen. Der felsige und steile Weg war "nur mit Steigeisen begehbar, da er vereist und rutschig ist".

20 Zentimeter Neuschnee - Absturzgefahr

Erst gegen Mitternacht erreichten die elf Bergretter den unterkühlten Deutschen. Doch der schwierigste Teil der Rettungsaktion stand ihnen noch bevor. "Er wurde für den Abstieg im Tiefschnee angeseilt", erklärte Haggenmüller der "Bild".

Inzwischen waren rund 20 Zentimeter Neuschnee gefallen. Der ursprüngliche Weg war unter der Schneedecke verschwunden. Dazu kamen schlechte Sicht und gefährliche Schneerutsche.

"Der Steig war nicht mehr sichtbar, es herrschte Absturzgefahr, die Wegfindung war sehr schwierig. Außerdem gingen auch Schneerutschen im steilen Gelände ab. Es war für alle lebensgefährlich."

Mehr als acht Stunden benötigte die Mannschaft für den Abstieg. Insgesamt vergingen vom Notruf bis zur Rettung des 20-Jährigen fast 14 Stunden.

"Hätte vermutlich nicht überlebt"

Wie knapp der junge Mann einer Katastrophe entgangen war, machte der Pongauer Bergrettungs-Bezirksleiter Gerhard Kremser deutlich. "Eine weitere Nacht dort oben, bei Schneefall und unter diesen Bedingungen, hätte er vermutlich nicht überlebt", betonte er gegenüber der "Bild".

Gleichzeitig übte Kremser gegenüber der deutschen Boulevardzeitung deutliche Kritik an der Tourenplanung und dem Umgang mit den Warnungen:

"Ein Einsatz, der einmal mehr zeigt, wie schnell aus Selbstüberschätzung, Missachtung von Warnungen und falscher Tourenplanung eine lebensbedrohliche Situation entstehen kann. Bergsteigen bedeutet auch, rechtzeitig umzukehren. Die Berge laufen nicht davon."

Alpinpolizei ermittelt nach Bergdrama

Die beiden Begleiter des 20-Jährigen hatten unterdessen das Matrashaus am Hochköniggipfel erreicht. Am Sonntagvormittag machten sie sich über den normalen Wanderweg an den Abstieg.

Warum sie ihren erschöpften Freund auf 2.600 Metern zurückließen, beschäftigt nun die Alpinpolizei. Die Ermittlungen zu dem Vorfall laufen.

wil, 02.11.2026, 10:30