Mieten steigen seit Jahren, während Einkommen oft nicht mithalten. Immer mehr Haushalte müssen bei wichtigen Ausgaben einsparen, damit sie ihre Wohnung behalten können, in Wien ist die Lage besonders angespannt.
Vor allem in zentralen Bezirken ziehen die Preise ungebremst an. Gerade für Singles oder junge Menschen, die neu in die Stadt ziehen, wird die Suche zur Mission Impossible.
Ein Inserat aus dem 4. Bezirk (Wien-Wieden) zeigt das deutlich: Für 39,73 Quadratmeter werden monatlich 1.953 Euro verlangt. Die Wohnung ist Teil eines sanierten Altbau-Projekts in einer ehemaligen Hutfabrik und wird als hochwertiger Erstbezug vermarktet.
Zwar bietet sie eine große Terrasse, Klimaanlage und moderne Ausstattung – doch der Preis liegt bei rund 50 Euro pro Quadratmeter.
Zum Vergleich: Für eine klassische 40-Quadratmeter-Wohnung zahlen Mieter in Wien im Schnitt oft zwischen rund 600 und 900 Euro netto, je nach Zustand und Mikrolage. Selbst in gefragten Bezirken bleiben viele Angebote noch klar unter der 1.500-Euro-Marke.
Preise wie am Stephansplatz oder in absoluten Toplagen im 1. Bezirk sind traditionell deutlich höher. Genau dort werden solche Quadratmeterpreise eher erwartet – nicht unbedingt in einer Lage wie rund um den Hauptbahnhof.
Die Wohnung wird ohne Küche und Möbel vermietet. Wer einzieht, muss also zusätzlich investieren, bevor er sie überhaupt nutzen kann. Auch ein Garagenplatz ist nur gegen Aufpreis verfügbar und kostet extra.
Die gute Anbindung bleibt ein Vorteil – gleichzeitig zeigt das Inserat, dass selbst in weniger exklusiven Lagen inzwischen Preise verlangt werden, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Das Beispiel macht deutlich: Die Preisentwicklung am Wiener Wohnungsmarkt erreicht zunehmend auch Lagen, in denen solche Werte früher kaum denkbar waren.