Noch ist es nicht offiziell, aber die Idee des sogenannten 21-10-0-Prinzips für die Umsatzsteuer hält sich hartnäckig. Die neue Formel könnte den Wocheneinkauf günstiger machen - aber viele andere Dinge verteuern.
Die angeblich innerhalb der deutschen Koalition diskutierte Formel teilt das Konsumverhalten in drei Steuerklassen ein: 21 Prozent als neuer Regelsteuersatz (statt bisher 19), 10 Prozent als ermäßigter Satz (statt 7) und 0 Prozent für Grundnahrungsmittel.
Wie chip.de berichtet, soll das neue System ab 2027 greifen und pro Jahr rund 16 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse spülen. Das Geld könnte für Entlastungen bei der Einkommensteuer eingesetzt werden.
Konkret würde der höhere Regelsteuersatz Autokäufe, Kleidung, Elektronik, Tanken, Handwerker und Streaming-Abos verteuern. Auch der ermäßigte Satz für Bus- und Bahntickets, Bücher oder Kulturangebote würde steigen.
Auf der anderen Seite könnten Lebensmittel durch den Nullsteuersatz merklich günstiger werden - sofern die Händler die Ersparnis an die Kunden weitergeben. Eine Pflicht dazu gibt es allerdings nicht, weshalb Experten hier skeptisch bleiben.
Experten wie Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, attestieren Deutschland aktuell ein chaotisches Umsatzsteuersystem. Ein Beispiel: Kuhmilch wird als Grundnahrungsmittel mit 7 Prozent besteuert, Hafermilch als verarbeitetes Lebensmittel mit 19 Prozent.
Wer größere Anschaffungen plant, könnte von einem frühen Kauf profitieren: Sollte die Erhöhung ab 2027 kommen, spart man bei einem Kauf noch 2026 die zwei Prozent Mehrwertsteuer. Bei einem Auto mit 40.000 Euro Nettowert macht das immerhin 800 Euro aus.