Die steigenden Spritpreise setzen Pendler unter Druck – und rufen nun auch die Gewerkschafter auf den Plan, vorerst in Deutschland. "Jeder gesparte Tropfen Sprit hilft: Auch die Arbeitgeber müssen ihren Teil dazu beitragen", sagt Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds DGB, im Talk mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.
Beschäftigte sollten selbst wählen können, ob sie im Büro oder im Homeoffice arbeiten, fordert Körzell. So ließen sich Pendelstrecken vermeiden und Kosten senken. Gleichzeitig räumt er ein, dass Arbeiten von zu Hause in vielen Berufen nicht möglich sei.

Entlastung brauche es dennoch, etwa für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Teure Arbeitswege seien kein Privatvergnügen, hält er fest. Halte die Krise an, müsse über weitere Entlastungen gesprochen werden.
Zugleich spricht sich Körzell erneut für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne aus. Denkbar seien auch ein Mobilitätsgeld oder eine Energiepreispauschale.
Auch die Bundesregierung arbeitet an weiteren Maßnahmen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hält eine Anhebung der Pendlerpauschale für zielführend, da sie jene begünstigen würde, die ihr Auto dringend brauchen. Weitere Schritte würden aktuell geprüft, diese Prüfung solle nach Ostern abgeschlossen sein, kündigt sie an.
Parallel dazu werden Forderungen nach stärkeren staatlichen Eingriffen lauter, etwa durch eine Spritpreisbremse. Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, sieht solche Maßnahmen jedoch kritisch. Öl sei durch die De-facto-Sperrung der Straße von Hormus knapper geworden, betont sie im ZDF-Morgenmagazin. Irgendwo müsse dieses Öl eingespart werden. Statt Preisbremsen plädiert sie für einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien.