Krebs, KI und Mini-Herzen

22,7 Milliarden Euro – Biotech-Branche boomt in Wien

Die Life Sciences-Branche boomt und erzielt 22,7 Milliarden Euro Umsatz. Biotech, KI und Hightech-Medizin machen Wien zum Hotspot für Innovation.
Wien Heute
21.04.2025, 16:59
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Wien festigt seine Rolle als europäischer Hotspot für Life Sciences und biomedizinische Innovation. Mit 754 aktiven Organisationen – darunter 646 Unternehmen, 19 Forschungseinrichtungen und 89 weitere Institutionen – ist mehr als die Hälfte der österreichischen Branche in der Bundeshauptstadt angesiedelt.

Der aktuelle Life Sciences-Report bestätigt den Erfolgskurs: Von 2020 bis 2023 stieg der Jahresumsatz der Branche um 22 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro. Den Löwenanteil von 81 Prozent (18,4 Mrd. Euro) tragen Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bei. Auch die Zahl der Beschäftigten legte zu: Über 49.000 Menschen arbeiten inzwischen im Sektor – fast die Hälfte davon in Biotech und Pharma.

Ergebnisse bestätigen den "Wiener Weg"

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) spricht von einem "starken Signal für die Wirtschaft" und sieht sich in der strategischen Förderung der Branche bestätigt. "Durch die Entwicklung medizinischer Innovationen tragen die Life Sciences maßgeblich zum Wohlergehen der Menschen und damit zur hohen Lebensqualität bei, für die Wien international geschätzt wird", betont er.

Krebsforschung, KI und Medizintechnik

Digitale Technologien, smarte Produktion und Künstliche Intelligenz gewinnen in der Wiener Life Sciences-Szene zunehmend an Bedeutung. Das neue Krebsforschungszentrum von Boehringer Ingelheim ist ein Beispiel für den Innovationsschub, ebenso wie das Institut AITHYRA der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das KI in der Biomedizin vorantreibt. "Die Life Sciences zählen zu den zentralen Innovationstreibern Wiens", so Dominic Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.

Förderung und Talente als Erfolgsfaktoren

Die Wirtschaftsagentur Wien unterstützt die Branche seit über 20 Jahren, unter anderem über LISAvienna – eine gemeinsame Initiative mit der Austria Wirtschaftsservice. Von Start-up-Labors bis zu gezielten Förderprogrammen steht Unternehmen ein breites Angebot zur Verfügung. Über 34.000 Studierende belegen das hohe Interesse an Life Sciences, mehr als 8.800 wissenschaftliche Publikationen im Jahr 2023 unterstreichen die Forschungsqualität.

Erfolgsgeschichten aus Wien

Rund 4 Millionen Liter Blutplasma werden jährlich von Octapharma und Takeda in Wien verarbeitet – ein Fünftel des weltweiten Volumens. 95 Prozent der daraus hergestellten Medikamente werden exportiert. Die Stadt ist außerdem Zentrum für innovative Technologien wie Organoide, CRISPR, Lipidverpackungen und 3D-Druckmethoden.

Das Wiener Unternehmen "MADx" liefert mit seinem Allergietest weltweit diagnostische Präzision. CEO Christian Harwanegg erklärt: "MADx hilft Ärzten dabei, Allergien bis ins kleinste Detail zu verstehen. So kann die Therapie noch genauer auf die betroffenen Patienten abgestimmt werden."

"contextflow", ein Spin-off der MedUni Wien, unterstützt Radiologen mit KI bei der Diagnose von Lungenkrankheiten. "Ottobock" produziert in Wien jährlich Medizintechnik im Wert von rund 200 Millionen Euro. Das Start-up "HeartBeat.bio" entwickelt mit Mini-Herzen aus Stammzellen neue Therapien gegen Herzinsuffizienz.

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