Im Weidlingbach bei Klosterneuburg (Bezirk Tulln) geht es für die Fische mittlerweile ums Überleben. Am Dienstag, dem 11. August, rückten der Verein "Freunde des Weidlingbachs" sowie der Österreichische Fischereiverband 1 und 2 zu einer großen Rettungsaktion aus.
Rund 3.000 Fische wurden aus den verbliebenen Wasserstellen des Weidlingbachs geborgen und in den Durchstich in Klosterneuburg übersiedelt. Organisiert wurde die Aktion unter anderem von Sebastian Eder vom Verein "Freunde des Weidlingbachs" und Stefan Winna von der Universität für Bodenkultur. Die Österreichischen Bundesforste übernahmen die Kosten der Fischbergung.
"Ich beobachte den Weidlingbach seit drei Wochen. Wir haben ein massives Problem mit dem Klimawandel", sagt Sebastian Eder im "Heute"-Gespräch. Der Bach sollte laut ihm eine Wassertemperatur von rund 19 Grad haben. Tatsächlich wurden aber bereits 28 Grad gemessen.
Dazu kommt: Der Weidlingbach führt immer weniger Wasser und droht stellenweise völlig auszutrocknen. "Wir haben am Dienstag so viele Fische gerettet wie möglich. Die umgesiedelten 3.000 Tiere sind ungefähr 80 Prozent des Fischbestands im Bach", erklärt Eder.
Eder ist seit sechs bis sieben Jahren Hauptpächter des Weidlingbachs und hat die Veränderungen selbst miterlebt. "Früher gab es hier schöne Regenbogenforellen und sogar Steinkrebse. Die sind mittlerweile ausgestorben", erzählt er. Heute würden vor allem robustere Fische wie der Döbel im Bach schwimmen.
Besonders bitter: Noch vor zwei bis drei Jahren setzte Eder rund 4.000 Forellen in den Weidlingbach ein, er hatte die Tiere eigenständig herangezüchtet. "Die sind alle im Wasser gestorben", sagt er.
Auch der Kierlingbach, der von St. Andrä-Wördern über Gugging in den Klosterneuburger Durchstich fließt, bleibt unter Beobachtung. Dort wird die Lage weiterhin kontrolliert, sollte sich die Situation durch Hitze und Wassermangel ebenfalls zuspitzen.
Für Eder ist die Entwicklung dramatisch. Sein Urteil fällt gegenüber "Heute" entsprechend düster aus: "Der Bach ist leider zum Tode verurteilt."