"Heute" hat berichtet – die Oberbank warnt derzeit vor einer dreisten Betrugsmasche: Das Telefon läutet, am anderen Ende der Leitung angebliche Mitarbeiter des Instituts. Diese verlangen die Zugangsdaten zum Onlinebanking und zusätzlich die Freigabe von Transaktionen in der Security-App.
Das Ziel: an möglichst viel Geld der nichtsahnenden Opfer zu gelangen. "Kommen Sie diesen Aufforderungen keinesfalls nach!", betont die Bank eindringlich in einer Mitteilung an ihre Kunden.
Unterdessen wurde bekannt, dass eine 80-jährige Mühlviertlerin vergangene Woche auf Kriminelle hereingefallen ist. Die gaben sich telefonisch als Polizisten aus und setzte die betagte Frau den ganzen Tag lang unter Druck. Die bittere Folge: Sie packte ihr Erspartes in einen Sack und stellte ihn vor die Tür.
Die Täter hatten zuvor behauptet, dass in der Nähe eine alleinstehende Frau überfallen wurde. Bei einem der Verdächtigen habe man einen Zettel mit Namen und Adresse der Angerufenen gefunden. Sie könnte also das nächste Opfer sein.
Von 9 bis fast 17 Uhr redeten die angeblichen Beamten auf die Gramastettnerin (Bez. Urfahr-Umgebung) ein, berichtet die "Kronen Zeitung". Sie machten sie immer panischer und sagten: "Packen Sie ihre Wertsachen ein, das Geld und den Goldschmuck. Wir holen es ab und bringen alles in Sicherheit." Die Betroffene verlor schließlich in Summe 30.000 Euro.
"Im Fachjargon nennen wir diese Vorgehensweise 'Polizei-Trick'", erklärt Gerald Sakoparnig, Leiter der Betrugsabteilung beim Landeskriminalamt. "Aber eigentlich ist es ein Spiel mit der Angst des Opfers."
„Es ist ein Spiel mit der Angst des Opfers.“Gerald SakoparnigOÖ-Landeskriminalamt
Auch in Linz wurde ein Pensionist mit derselben Masche um 15.000 Euro erleichtert, berichtet Sakoparnig. "Derzeit haben wir wieder eine Welle von solchen Anrufen. Diese Kriminellen sind Profis. Sie haben es auf jene Generation abgesehen, die noch Respekt vor der Polizei hatte und obrigkeitshörig erzogen wurde."
Wenn ein vermeintlicher Polizist anruft, reagiere diese Personengruppe entsprechend, so der Experte. "Aber bitte niemals am Telefon Auskunft über Vermögensdinge geben – egal, wer angeblich anruft."