Knapp einen Monat nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela stellt der Internationale Währungsfonds (IWF) 346 Millionen Dollar für den Wiederaufbau bereit. Die Mittel stammen aus den eigenen Reserven des Landes beim Fonds.
IWF-Chefin Kristalina Georgiewa erklärte am Freitag auf der Plattform X, das Geld sei für dringende humanitäre Bedürfnisse freigegeben worden.
Nach Angaben der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez sollen mit den Mitteln unter anderem betroffene Familien bei der Beschaffung von Wohnraum unterstützt werden. Zudem soll das Geld in den Wiederaufbau der Infrastruktur sowie grundlegender öffentlicher Dienstleistungen fließen.
Venezuela verfügt beim IWF über Sonderziehungsrechte in Höhe von rund 5,1 Milliarden Dollar. Dabei handelt es sich um Reserveguthaben, auf die das Land im Bedarfsfall zugreifen kann.
Der Zugriff auf diese Mittel war zuvor blockiert, weil der IWF Nicolás Maduro nicht als Präsidenten Venezuelas anerkannte. Nach dessen Entmachtung bei einem Militäreinsatz der USA im Jänner nahmen IWF und Weltbank ihre Beziehungen zu Venezuela im April wieder auf.
Nach Behördenangaben stieg die Zahl der Todesopfer der Erdbeben inzwischen auf 5.069. Demnach wurden außerdem 16.740 Menschen verletzt, viele von ihnen konnten das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.
Wie viele Menschen noch vermisst werden, teilten die Behörden weiterhin nicht mit. Die Vereinten Nationen gehen jedoch davon aus, dass bis zu 50.000 Personen als vermisst gelten könnten.
Die Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten Venezuela am 24. Juni innerhalb weniger als einer Minute erschüttert. Besonders schwer getroffen wurde der Küstenstaat La Guaira nördlich von Caracas. Nach Regierungsangaben leben dort noch immer rund 20.000 Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, in überfüllten Notunterkünften, in denen es vielfach an Wasser und ausreichenden Sanitäranlagen fehlt.