Ein folgenschwerer Fehler beim schottischen Rettungsdienst endete für einen 55-Jährigen tödlich. Brian aus East Kilbride erlitt im vergangenen November einen Riss der Hauptschlagader und setzte zweimal einen Notruf ab – ein Rettungswagen wurde jedoch zunächst nicht entsandt.
Stattdessen teilte ihm die Notrufzentrale mit, dass ihn zunächst medizinisches Fachpersonal telefonisch kontaktieren werde. "Wir sind in der Gegend derzeit stark ausgelastet, Brian. Daher wird Sie – basierend auf den vorliegenden Informationen – zunächst eine unserer medizinischen Fachkräfte zurückrufen, anstatt dass ein Rettungswagen entsendet wird."
Wie die BBC berichtet, meldete sich ein Arzt erst eine Stunde und zwölf Minuten nach dem ersten Notruf. Dieser Anruf sowie zwei weitere Rückrufversuche blieben unbeantwortet.
Die Rettungskräfte trafen schließlich erst fast dreieinhalb Stunden nach dem ersten Notruf in Brians Wohnung ein. Dort fanden sie den 55-Jährigen leblos vor.
Aufzeichnungen der Notrufe zeigen laut BBC, dass Brian bereits beim ersten Gespräch über Atemnot klagte und sagte, er habe das Gefühl, jeden Moment zusammenzubrechen.
Seine Schwester Allison kritisierte das Vorgehen der Notrufzentrale scharf. "Er wurde in seinen letzten Momenten allein gelassen, rang nach Luft, bettelte um Hilfe und dachte, dass ihm geholfen werden würde", sagte sie der BBC.
Nach ihren Angaben hätte medizinische Hilfe ihrem Bruder zumindest Schmerzen und das Gefühl ersparen können, allein zu sein.
Eine Untersuchung von Healthcare Improvement Scotland stellte erhebliche Mängel bei der Bearbeitung des Notrufs fest. Demnach hätte bereits der erste Anruf höher eingestuft und sofort ein Rettungswagen entsandt werden müssen.
Schottlands Gesundheitsministerin Angela Constance (Scottish National Party) sprach von einem schweren Versagen und kündigte Verbesserungen an.