4 Bundesländer widersetzen sich Corona-Regierungsplänen

An den Schulen herrscht wieder Uneinigkeit beim Thema Corona.
An den Schulen herrscht wieder Uneinigkeit beim Thema Corona.Marijan Murat / dpa / picturedesk.com
Das Corona-Hick-Hack kehrt wenige Wochen nach dem Quarantäne-Ende zurück. Vier Bundesländer planen einen schrittweisen Sonderweg an den Schulen.

In der Pandemiebekämpfung hat der Föderalismus wieder einmal seine Stärke gezeigt. Wie so oft in Österreich gibt es auch beim Kampf gegen das Coronavirus unterschiedliche Vorgangsweisen der Bundesländer, so auch ab Herbst an den Schulen.

Schon wieder ein Fleckerlteppich

Wenn in knapp einem Monat in ganz Österreich wieder die Schule beginnt, droht ein erneuter "Fleckerlteppich" bezüglich der Corona-Regeln. Immer mehr Bundesländer wollen demnach nicht bei den bundeseinheitlichen Regeln mitziehen und entwerfen bereits alternative Konzepte.

In Salzburg läuft man demnach Sturm gegen den Plan des Bundes, auch infizierte Lehrkräfte unterrichten zu lassen. "In Schulen wollen wir besondere Vorsicht walten lassen", sagte Bildungslandesrätin Daniele Gutschi von der ÖVP im Ö1-Mittagsjournal. Besonders in den Volksschulen würden sich auch Eltern wünschen, dass keine infizierten Lehrer unterrichten.

Ebenfalls wenig angetan vom Plan der Bundesregierung ist der Wiener Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, der das Quarantäne-Aus grundsätzlich begrüßt, aber meint, dass man Bildungseinrichtungen besonders schützen solle. Der NEOS-Politiker kritisiert zudem, dass der Bund diesbezüglich "keine Absprachen" mit den Ländern geführt hat.

Auch im Burgenland sollen infizierte Lehrer zu Hause bleiben. Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil hat demnach bereits vor zwei Wochen einen eigenen Pandemie-Plan bezüglich des Umganges mit infizierten Landesbediensteten vorgelegt. In Kärnten würde man derzeit noch auf die fertige Verordnung des Bundes warten, könne sich aber gut vorstellen, einen Sonderweg einzuschlagen.

Bildungsminister Martin Polaschek hat wenig Freude mit den Bundesländern, die ausscheren. "Es war eine gesundheitspolitische Entscheidung, dass der Bildungsbereich keine Sonderregelungen bekommt. Ich denke, diese Entscheidung ist zur Kenntnis zu nehmen", so Polaschek, der nun das Gespräch mit den strengeren Bundesländern suchen will.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account TK Time| Akt:
CoronavirusSchuleÖsterreichMartin Polaschek

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen