Betrug nach Jahren aufgedeckt

4 Jahre AMS-Geld kassiert – obwohl sie im Ausland lebte

Eine 64-Jährige bezog mehr als 31.000 Euro Arbeitslosengeld in Österreich. Tatsächlich hielt sie sich überwiegend in Bosnien auf.
Österreich Heute
06.06.2026, 19:39
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Mehr als vier Jahre lang bezog eine Bosnierin Arbeitslosengeld in Österreich, obwohl sie laut eigenen Angaben überwiegend in ihrer Heimat lebte. Erst Ermittlungen der Task Force Sozialleistungsbetrug (SOLBE) brachten den Fall ans Licht.

Die 64-Jährige hatte beim AMS Graz West und Umgebung mehr als 31.000 Euro an Arbeitslosengeld kassiert. Grundlage dafür war laut Ermittlern ein Scheinwohnsitz in Graz.

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Lebte in Bosnien

Vor Gericht zeigte sich laut Kleine Zeitung die Frau geständig. "Ich fühle mich schuldig", sagte sie. Auf die Frage der Richterin, wo sie zwischen Februar 2021 und Juli 2025 gelebt habe, antwortete die 64-Jährige: "Überwiegend in Bosnien."

Tochter half bei AMS-Terminen

Mitangeklagt war auch die 29-jährige Tochter. Sie soll ihre Mutter bei den Anträgen unterstützt haben und war bei sämtlichen AMS-Terminen als Dolmetscherin dabei.

Auch sie gestand die Vorwürfe. Bereits 18.000 Euro seien zurückbezahlt worden, erklärte die Tochter vor Gericht.

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Den restlichen Schaden kann das AMS jedoch nicht vollständig zurückfordern. "Wir können leider nur drei Jahre geltend machen und zurückverlangen, der Rest gilt als verjährt", erklärte ein AMS-Vertreter, das berichtet die Kleine Zeitung.

Ganz ohne Folgen bleibt der offene Betrag dennoch nicht. Das Gericht ordnete an, dass die noch ausstehenden 13.000 Euro an die Republik zurückgezahlt werden müssen. Mutter und Tochter erhielten jeweils sechs Monate bedingte Haft wegen schweren Betrugs, so die Kleine Zeitung.

Der Fall ist kein Einzelfall. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg bei Sozialleistungsbetrug in Österreich.

Wurden im Jahr 2016 noch 472 Anzeigen registriert, waren es 2025 bereits 6.062 Fälle. Aufgrund dieser Entwicklung wurde 2018 die Task Force SOLBE gegründet.

Innenminister Gerhard Karner verwies zuletzt auf die Dimension des Problems. Seit Gründung der Einheit sei ein Gesamtschaden von rund 158 Millionen Euro aufgedeckt worden. Allein im Vorjahr wurden laut Karner Schäden von 23 Millionen Euro festgestellt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.06.2026, 19:39
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