"Katastrophe"

400 € mehr – Mieten-Schock in Wiener Gemeindebau

Zahlreiche Gemeindebau-Mieter müssen plötzlich bis zu 400 Euro mehr im Monat Miete zahlen. Vielen von ihnen droht der Auszug.
Newsdesk Heute
04.08.2026, 16:57
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Da staunten die Bewohner des Gemeindebaus am Rosa-Jochmann-Ring in Wien-Simmering nicht schlecht: Seit 1. Juni müssen sie plötzlich bis zu 400 Euro mehr Miete zahlen. 546 Einheiten sind von der Preis-Explosion betroffen, für viele davon ist der neue Betrag unleistbar.

Die Ursache der Erhöhung liegt schon mehr als 30 Jahre zurück. 1996 fertiggestellt, läuft die Wohnbauförderung nach 30 Jahren aus. Diese Frist sei aber in Mietverträgen nicht ersichtlich gewesen – oder viele Mieter haben die Klausel nach 30 Jahren schlicht vergessen.

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"Für einige Bewohner:innen ist diese Mieterhöhung eine soziale Katastrophe. Sie verlieren nicht nur ihre langjährige Wohnung, sondern ihre Nachbarschaft, die sie über Jahrzehnte aufgebaut haben. Dieses Vorgehen ist einfach herzlos", meint Florian Rath, KPÖ-Bezirksrat in Simmering.

Mieten gleich wie in anderen Gemeindebauten

Einer Reaktion von Wiener Wohnen zufolge gelte nach Ablauf der Förderungen nun mal der vertraglich vereinbarte Mietpreis, berichtet die KPÖ. Die Bewohner würden nicht mehr zahlen als jene, die neu in einen Gemeindebau ziehen. "Es war bisher immer gewollt, dass alte Mietverträge günstiger sind als neue. Wiener Wohnen untergräbt damit einen Effekt des Mietrechts, der die Mieter geschützt hat", findet wiederum Rath.

Wie Wiener Wohnen vor Kurzem auf Anfrage von "Heute" mitteilte, waren in den ersten drei Quartalen 2026 insgesamt 22.127 Mieter vom Auslaufen der Wohnbauförderung betroffen. Bei 652 Mietverhältnissen wurde auf den aktuellen Richtwert von 6,74 Euro pro Quadratmeter umgestellt, weitere 4.829 auf den derzeit gültigen Kategoriemietzins von 4,51 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt mussten damit 5.481 Wienerinnen und Wiener heuer höhere Wohnkosten hinnehmen.

Gefordert wird deswegen eine Kulanzlösung. Zahlen eines Mieterbeirats würden zeigen, dass der Gemeindebau in den letzten Jahren kostendeckend war. Im Jahr 2024 lagen die Mieteinnahmen mit 1,9 Mio. Euro knapp 400.000 über den Ausgaben. "Damit ist klar: Die Stadt Wien hat die Wahl, den Menschen eine Kulanzlösung anzubieten und so Nachbarschaften intakt zu halten."

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