Die finanzielle Lage vieler Haushalte bleibt angespannt. Während die Firmeninsolvenzen in Österreich nur leicht zurückgingen, steigt die Zahl der Privatinsolvenzen wieder deutlich an.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden 5.092 Privatinsolvenzen registriert. Das sind 252 Fälle mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - ein Plus von 5,2 Prozent. Im Schnitt mussten damit 42 Menschen pro Werktag ein Schuldenregulierungsverfahren beantragen.
Besonders viele Privatinsolvenzen gab es in Wien. Dort entfiel mit 1.735 Verfahren rund ein Drittel aller Fälle auf die Bundeshauptstadt. Deutlich gestiegen sind die Zahlen unter anderem im Burgenland (+15,9 Prozent), in Oberösterreich (+15 Prozent), Niederösterreich (+11,3 Prozent), der Steiermark (+10,7 Prozent) und Vorarlberg (+9,8 Prozent).
Als Gründe nennt Creditreform die angespannte wirtschaftliche Lage. Die hohe Inflation der vergangenen Jahre, gestiegene Wohn- und Energiekosten sowie höhere Kredit- und Finanzierungskosten hätten die finanziellen Spielräume vieler Haushalte deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig seien vorhandene Rücklagen vielfach aufgebraucht. Kommen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder andere Einkommensausfälle dazu, steige das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit erheblich.
Auch bei den Unternehmen gibt es keine Entwarnung. Zwar sank die Zahl der Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr leicht um 1,6 Prozent auf 3.443 Fälle. Das Niveau bleibt laut Creditreform aber historisch hoch. Durchschnittlich mussten weiterhin 29 Unternehmen pro Werktag Insolvenz anmelden. Besonders unter Druck stehen Bauwirtschaft, Tourismus sowie Transportbetriebe.