Schulden-Welle rollt

42 Österreicher gehen jetzt jeden Werktag pleite

Immer mehr Menschen rutschen in die Privatinsolvenz. Im ersten Halbjahr wurden bereits 5.092 Verfahren eröffnet – das sind im Schnitt 42 pro Werktag.
Michael Pollak
06.08.2026, 10:41
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die finanzielle Lage vieler Haushalte bleibt angespannt. Während die Firmeninsolvenzen in Österreich nur leicht zurückgingen, steigt die Zahl der Privatinsolvenzen wieder deutlich an.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden 5.092 Privatinsolvenzen registriert. Das sind 252 Fälle mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - ein Plus von 5,2 Prozent. Im Schnitt mussten damit 42 Menschen pro Werktag ein Schuldenregulierungsverfahren beantragen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Jeder dritte Fall in Wien

Besonders viele Privatinsolvenzen gab es in Wien. Dort entfiel mit 1.735 Verfahren rund ein Drittel aller Fälle auf die Bundeshauptstadt. Deutlich gestiegen sind die Zahlen unter anderem im Burgenland (+15,9 Prozent), in Oberösterreich (+15 Prozent), Niederösterreich (+11,3 Prozent), der Steiermark (+10,7 Prozent) und Vorarlberg (+9,8 Prozent).

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

Als Gründe nennt Creditreform die angespannte wirtschaftliche Lage. Die hohe Inflation der vergangenen Jahre, gestiegene Wohn- und Energiekosten sowie höhere Kredit- und Finanzierungskosten hätten die finanziellen Spielräume vieler Haushalte deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig seien vorhandene Rücklagen vielfach aufgebraucht. Kommen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder andere Einkommensausfälle dazu, steige das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit erheblich.

Auch bei den Unternehmen gibt es keine Entwarnung. Zwar sank die Zahl der Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr leicht um 1,6 Prozent auf 3.443 Fälle. Das Niveau bleibt laut Creditreform aber historisch hoch. Durchschnittlich mussten weiterhin 29 Unternehmen pro Werktag Insolvenz anmelden. Besonders unter Druck stehen Bauwirtschaft, Tourismus sowie Transportbetriebe.

{title && {title} } POM, {title && {title} } 06.08.2026, 10:41