46 Kassenarztstellen waren mit Stichtag 30. Juni in Oberösterreich unbesetzt. Das zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zum Ärztemangel. Österreichweit waren sogar 333 Stellen frei.
Am stärksten betroffen sind in OÖ die Allgemein- und Familienmedizin mit 26 offenen Stellen sowie die Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit 13. Dazu kommen sechs freie Stellen in der Dermatologie und eine in der Kinder- und Jugendheilkunde.
"46 unbesetzte Kassenarztstellen sind kein abstraktes Planungsproblem", warnt Paul Niederberger, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der OÖ-Ärztekammer. Hinter jeder länger unbesetzten Stelle stünden Patienten, "für die Wege länger und Termine schwieriger werden".
Die Ärztekammer fordert deshalb attraktivere Bedingungen: zeitgemäße Honorierung und Verträge, weniger Bürokratie, flexible Kooperationen, Teilzeitkassenverträge, Planungssicherheit und ausreichend Zeit für die medizinische Betreuung.
Bei der Österreichischen Gesundheitskasse erkenne man erste Anzeichen eines Umdenkens. Niederberger stellt aber klar: "Entscheidend ist nicht die Zahl der Ankündigungen oder Ausschreibungen, sondern ob es tatsächlich gelingt, Ärztinnen und Ärzte wieder stärker für einen Kassenvertrag zu gewinnen."
Die Ärztekammer kündigt weitere Vorschläge an und will auf drohende Versorgungslücken hinweisen. "Attraktivierung darf kein Schlagwort bleiben", so Niederberger. Am Ende zähle, ob sich die Arbeitsbedingungen der Ärzte – und damit die Versorgung der Bevölkerung – tatsächlich verbessern.