Mehr als eine Million Besucher drängen sich jährlich durch Hallstatt. Doch ausgerechnet nach mehreren Rekordjahren zeichnet sich nun ein Rückgang ab.
"Wir haben heuer ein bisschen weniger Besucher. Ich schätze zehn Prozent weniger als im Vorjahr", sagt Vizebürgermeister Alfred Gamsjäger gegenüber der "Krone". Erkennbar sei das unter anderem an der Statistik der anreisenden Pkw. Auch im Ort habe es Tage gegeben, "wo es relativ glimpflich zugegangen ist".
Der Tourismusverband Salzkammergut bestätigt, dass heuer "mit Sicherheit weniger Tagesgäste" nach Hallstatt kommen. Genaue Zahlen für das laufende Jahr liegen allerdings noch nicht vor.
Als wesentlicher Grund gelten die Reisebeschränkungen infolge des Krieges im Nahen Osten – vor allem zu Jahresbeginn. Das trifft Hallstatt besonders, denn der weltbekannte Ort zieht traditionell viele Gäste aus Asien an.
Hinzu kommt der einjährige Umbau der Seilbahn zu den Salzwelten. Ende August soll sie wiedereröffnet werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden in Hallstatt rund 1,2 Millionen Besucher gezählt. Die Zahl der Nächtigungen lag hingegen nur bei etwas mehr als 130.000. Der Großteil bleibt also lediglich für einige Stunden.
Wer in Hallstatt vom Tourismus lebt, nimmt das Minus offenbar kaum wahr. "Es sind genauso viele Gäste, nur hat die Saison ein bisschen später begonnen", erklärt die Pächterin einer Pension. Auch eine Geschäftsinhaberin stellt klar: "Tagesgäste haben wir genug."
Genau hier zeigt sich der Dauerkonflikt im Ort. Während viele Einwohner unter den Menschenmassen leiden, sind die Betriebe auf die Besucher angewiesen. "Wenn man dort wohnt, sind es zu viele. Wenn man ein Geschäft hat, ist es natürlich nicht schlecht", bringt es die Unternehmerin auf den Punkt.
Hallstatt versucht seit Jahren, den gewaltigen Andrang besser zu lenken. Pro Tag dürfen weiterhin maximal 54 Reisebusse in den Ort kommen. An besonders beliebten Fotoplätzen reagiert zudem ein digitaler Smiley auf den Lärmpegel. Wer zu laut wird, bekommt das unmittelbar angezeigt. Eine Eintrittsgebühr nach dem Vorbild Venedigs ist für Hallstatt dagegen weiterhin kein Thema.