Rund 300.000 Kunden mit einem alten "Optima Klassik"-Tarif erhalten oder erhielten dieser Tage eingeschriebene Post. Die EVN kündigt die Verträge auf, macht gleichzeitig ein neues Angebot mit einjährigem Fixpreis – alles dazu hier und hier.
In den ersten beiden Tranchen wurden 180.000 Briefe verschickt, 120.000 kamen bis dato an und in 60.000 Antwortkarten findet man bisher ein "Ja, ich will" des Kunden – bislang bleiben also die Hälfte der Betroffenen der EVN treu, berichtet Unternehmenssprecher Stefan Zach.
Die andere Hälfte suchte sich einen anderen Energieversorger. Das Vergleichsportal "tarife.at" verzeichnet aktuell ein hohes Aufkommen an Tarifwechseln bei Strom und Gas in Niederösterreich. Seit den Kündigungsschreiben der EVN sei das Interesse der Kunden an alternativen Anbietern sprunghaft angestiegen, berichtet die Plattform.
"Kamen im März 2022 im Bundesländervergleich auf tarife.at 18,06 Prozent aller neuen Stromtarif-Abschlüsse aus Niederösterreich, waren es im März 2023 30,57 Prozent. Das entspricht einem Plus von rund 69 Prozent. Auch bei Gas werden auf tarife.at momentan auffallend viele Energieanbieterwechsel verzeichnet. Waren im März 2022 nur 26,19 Prozent aller neuen Gastarif-Abschlüsse auf tarife.at aus Niederösterreich, so lag diese Quote im März 2023 bei 40,63 Prozent. Das ist eine Steigerung von über 55 Prozent zum Vorjahresmonat", heißt es in einer Aussendung.
Ein Tarifvergleich lohne sich jedenfalls, so das Unternehmen.
Seitens der EVN heißt es, der sprunghafte Anstieg an Tarifwechseln sei den jetzt wieder steigenden Billig-Angeboten geschuldet. Im vergangenen Jahr hätten viele Diskont-Anbieter die Preise nicht mehr halten können und mussten deshalb die Verträge aufkündigen. Die betroffenen Kunden seien dann zur EVN gewechselt – und jetzt wieder auf der Suche nach dem günstigsten Preis.