Eine aktuelle Studie aus Genf sorgt für Aufsehen: Immer mehr junge Menschen in der Schweiz bekommen die Diagnose Darmkrebs. Wie "20 Minuten" berichtet, hängt das laut Forschern rund um Jeremy Meyer von der Uni Genf damit zusammen, dass viele erst spät zur Darmkrebsvorsorge gehen. So werden die ersten Vorstufen, sogenannte Polypen, oft erst gefunden, wenn sie schon bösartig geworden sind. Dabei gilt: Wird Darmkrebs früh entdeckt, ist er meistens heilbar.
Nicht nur die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig – mindestens ebenso entscheidend ist es, Darmkrebs gar nicht erst entstehen zu lassen. Acht von zehn Fällen ließen sich verhindern, so das Universitätsspital Zürich (USZ). Das ist mehr als bei jeder anderen Krebserkrankung.
Wie viele andere Krebsarten entwickelt sich auch Darmkrebs nicht über Nacht, sondern langsam. Beschwerden tauchen meist erst spät auf. Laut USZ entstehen über 95 von 100 Tumoren im Dick- und Enddarm aus Polypen, die auch Adenome heißen.
"Im Durchschnitt entwickelt sich etwa jeder fünfte Polyp allmählich weiter und entartet schließlich nach Jahren." Diese Polypen kann man bei einer Darmspiegelung entdecken und entfernen – das senkt das Risiko für Darmkrebs deutlich.
Ob du Polypen bekommst, hängt auch von dir ab. Ganz verhindern kann man sie zwar nicht, aber das Risiko lässt sich senken – zum Beispiel, wenn du aufs Rauchen verzichtest. Die Entwicklung von Polypen zu Krebs kann man bremsen – eine Garantie gibt es zwar nicht. Aber Fachleute sind sich einig: Es zahlt sich aus, es zu versuchen.
Regelmäßige Bewegung und ein gesundes Körpergewicht senken das Risiko für Darmkrebs. Beides sorgt dafür, dass weniger entzündungsfördernde Botenstoffe im Darm entstehen, die als krebserregend gelten. "Übergewicht, besonders am Bauch, verstärkt die Produktion dieser Entzündungs-Botenstoffe", heißt es vom USZ. "Körperliche Aktivität dagegen bremst die Produktion dieser Botenstoffe und kann so der Krebsentstehung entgegenwirken." Schon 30 bis 60 Minuten Bewegung pro Tag machen einen Unterschied.
Auch beim Alkohol gilt: Weniger ist besser. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) spielt nicht nur der hohe Kaloriengehalt eine Rolle – auch die Stoffe, die beim Alkoholabbau entstehen, können Krebs fördern. Neue Studien zeigen: Schon kleine Mengen Alkohol erhöhen das Risiko.
Fachleute raten zu einer abwechslungsreichen, ballaststoffreichen Ernährung. Ballaststoffe stecken in Vollkorn- und Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, aber auch in Obst und Gemüse. Rotes Fleisch wie Rind, Schwein oder Lamm sowie verarbeitete Fleischwaren solltest du möglichst selten essen.
Laut DKFZ ist der Effekt einer rein pflanzlichen Ernährung auf das Darmkrebsrisiko aber eher gering. Im Gegenteil: Erst im März 2026 kamen Forschende zum Schluss, dass Veganer sogar ein um 40 Prozent höheres Risiko für Darmkrebs haben als Fleischesser.
Laut USZ lassen sich mit einem gesunden Lebensstil "statistisch etwa sieben von zehn Darmkrebserkrankungen bei Männern und vier von zehn bei Frauen verhindern". Nicht beeinflussen kannst du allerdings Faktoren wie frühe Umwelteinflüsse, die deine Darmflora verändern.