Die Abhängigkeit Europas von amerikanischen Tech-Giganten bereitet vielen Bürgern Sorgen. Ob Cloud-Dienste, Kommunikations-Apps oder künstliche Intelligenz - in all diesen Bereichen dominieren US-Unternehmen den Markt.
Nun zeigt eine aktuelle Umfrage von SWG und Polling Europe, wie groß die Bedenken tatsächlich sind: 86 Prozent von mehr als 5.000 Befragten halten es für wahrscheinlich, dass die USA den Zugang Europas zu digitalen Diensten einschränken könnten.
Laut computerwoche.de, die sich auf die Umfrage beruft, bezeichnen 59 Prozent der Europäer dies sogar als "reale und konkrete Gefahr". In Deutschland sind es mit 65 Prozent noch mehr Menschen, die sich Sorgen machen.
Hintergrund der Befürchtungen ist ein sogenanntes "Kill-Switch"-Szenario: US-Präsident Donald Trump könnte amerikanische Technologieunternehmen unter Druck setzen, ihre Dienste in Europa abzuschalten. Bei den aktuellen geopolitischen Spannungen erscheint das vielen nicht mehr undenkbar.
Von US-Seite werden diese Sorgen allerdings zurückgewiesen. Der nationale Cybersicherheitschef Sean Cairncross bezeichnete ein solches Szenario als "nicht glaubwürdig".
Auch Microsoft-Präsident Brad Smith stufte einen Kill-Switch im vergangenen Jahr als "äußerst unwahrscheinlich" ein. Gleichzeitig räumte er aber ein, dass solche Bedenken in Europa weit verbreitet seien.
Die Umfrage wurde den Abgeordneten des Europäischen Parlaments vorgelegt und dürfte die Debatte über digitale Souveränität in der EU weiter anheizen.