Unter finanziellem Druck

"Großer Gegenschlag" – Trump holt gegen Europa aus

Trump zeigt sich aggressiv und unberechenbar – die Lage zwischen den USA und Europa bleibt weiter angespannt.
Team Wirtschaft
11.02.2026, 08:19
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Die Finanzmärkte stehen unter Schock: US-Staatsanleihen geraten immer weiter unter Druck, die Renditen steigen, der Euro legt zu – und im Hintergrund droht Donald Trump. Anlass: Europa überlegt, in großem Stil amerikanische Staatsanleihen zu verkaufen.

Der US-Präsident reagiert mit deutlichen Worten: "Wenn sie das tun, werden wir mit einem großen Gegenschlag antworten", sagte er am Donnerstag (22. Jänner) in einem Fox-Business-Interview in Davos. "Und wir haben alle Karten in der Hand."

Die europäischen Länder besitzen US-Anleihen und -Aktien im Wert von rund acht Billionen Dollar – "fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen", so Analyst George Saravelos von Deutsche Bank Research. Würden die Staaten diese Wertpapiere abstoßen, müssten die USA höhere Zinsen zahlen, um neue Käufer zu gewinnen. Ein finanzieller Druck, den Trump so nicht unterschätzen sollte.

Bereits dänische und schwedische Pensionsfonds hatten Verkäufe von US-Staatsanleihen angekündigt. US-Finanzminister Scott Bessent relativierte die Bedeutung: "Die Investitionen Dänemarks in US-Staatsanleihen sind, wie Dänemark selbst, irrelevant. Ich bin überhaupt nicht besorgt." Die Nachfrage sei weiterhin hoch, und ausländische Investitionen erreichten Rekordwerte.

Marktreaktionen: Euro steigt, Anleihen fallen

Die Märkte spüren die Spannungen: Der Euro legte diese Woche rund ein Prozent gegenüber dem Dollar zu. Gleichzeitig fielen die Kurse der US-Staatsanleihen, die Zinsen stiegen auf den höchsten Stand seit Monaten. Experten führen die Turbulenzen nicht nur auf die Europa-Drohungen zurück, sondern auch auf die Probleme am japanischen Anleihemarkt. Investmentbanker Gary Cohn beobachtet die Lage: "Es findet derzeit eine Art 'Sell America' statt. Globale Fonds schichten Kapital um und ziehen Geld aus den Vereinigten Staaten ab."

Auslöser für die Spannungen bleibt der Streit um Grönland. Trump wollte sich die strategisch wichtige Insel einverleiben – Dänemark und Europa halten dagegen. Zwar schloss der US-Präsident in Davos eine militärische Übernahme inzwischen aus und verkündete eine vorläufige Einigung mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Die jüngsten Drohungen gegen die Finanzmärkte zeigen jedoch: Der Konflikt ist nicht vorbei und kann jederzeit neu aufflammen.

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