Ghislaine Maxwell sorgt erneut für Aufsehen im Fall Epstein: Die frühere Vertraute des verstorbenen Sexualstraftäters hat eine Aussage vor dem US-Repräsentantenhaus abgelehnt.
Wie der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer, am Montag erklärte, berief sich Maxwell bei der Anhörung auf ihr Aussageverweigerungsrecht. Über ihren Anwalt ließ sie ausrichten, dass sie nur dann zu einer Aussage bereit sei, sollte US-Präsident Donald Trump sie begnadigen. Auch aus den Reihen anderer Abgeordneter kam scharfe Kritik an diesem Vorgehen.
Trump selbst hatte bereits im Oktober erklärt, er lasse eine mögliche Begnadigung prüfen.
Die Sitzung des Ausschusses fand nicht öffentlich statt. Laut Angaben von Abgeordneten wurde Maxwell lediglich kurz per Video aus dem Gefängnis zugeschaltet, in dem sie derzeit eine 20-jährige Haftstrafe verbüßt. 2022 war sie wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verurteilt worden.
Unklar bleibt, ob Maxwell der Trump-Regierung im Gegenzug für mögliche Zugeständnisse ihr Schweigen zugesichert hat – etwa mit Blick auf eine mögliche Rolle des Präsidenten im Epstein-Komplex.
Bereits im Juli hatte der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche die Epstein-Komplizin zwei Tage lang befragt. Kurz darauf wurde Maxwell in eine Haftanstalt in Texas verlegt, die über vergleichsweise geringe Sicherheitsmaßnahmen verfügt. Opfer von Epstein reagierten empört und bezeichneten das Gefängnis als "Wellness-Gefängnis".
Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte Investor Jeffrey Epstein soll gemeinsam mit seiner früheren Partnerin Maxwell mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teilweise an Prominente vermittelt haben. Epstein war mehrfach verurteilt worden. Im August 2019 wurde er tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden – laut offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.
Ende Jänner veröffentlichte das US-Justizministerium mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein. Auch wenn derzeit keine neuen Strafverfahren in den USA erwartet werden, sind zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft weiterhin in Skandale rund um den Komplex verwickelt.