Fabians Geschichte geht unter die Haut: In der ZDF-Doku "37 Grad" spricht der junge Mann offen über die Jahre, in denen er seine Homosexualität verdrängte. Neun Jahre lang führte er eine Beziehung mit seiner Freundin. Die beiden kannten sich seit ihrer Jugend.
Nach außen schien alles perfekt, innerlich kämpfte er jedoch mit enormem Druck. "Ich hab eigentlich schon mit 13 gemerkt, dass ich Jungs viel spannender finde", erinnert er sich jetzt ehrlich im TV-Talk zurück. Doch aus Angst vor Ablehnung versuchte er, den Erwartungen seines Umfelds zu entsprechen: "Ich habe gedacht, ich muss das Leben genauso führen, weil das jeder in meinem Umfeld so anstrebt, und ich dachte, wenn ich einen anderen Weg gehe, werde ich das alles verlieren."
Die jahrelange Belastung hinterließ Spuren: Fabian entwickelte soziale Ängste und Panikattacken, griff schließlich zu Alkohol und Tabletten und wurde abhängig von Benzodiazepinen.
Erst ein Entzug im Jahr 2022 und die anschließende Therapie brachten ihn dazu, sich mit seiner Identität auseinanderzusetzen. Nach seinem Coming-out bei Therapeutin sowie schließlich bei Freundin und Familie endete die langjährige Beziehung. Die befürchteten negativen Reaktionen blieben aus, vielmehr reagierte sein Umfeld überwiegend überrascht.
"Ich hätte mir im Leben nicht vorstellen können, dass Fabi schwul ist", sagt sein Kumpel René rückblickend im Interview. Auch sein Vater erklärt: "Man hat es dir nicht angemerkt, man hat es nicht realisiert." Beide hatten offenbar durch Klischees und Vorurteile geprägte Vorstellungen von schwulen Männern, die auf Fabian nicht zutrafen.
Seine Mutter erinnert sich emotional an das Outing ihres Sohnes: "Da habe ich dann damals gar nichts gesagt, da war ich dann geschockt – nicht weil ich es schlimm finde, sondern weil ich damit gar nicht gerechnet hatte."
Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln?
Hier findest du Hilfe:
TelefonSeelsorge – Notruf 142
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Österreichische ARGE Suchtvorbeugung: www.suchtvorbeugung.net
Wenn auch du unter Depressionen oder an psychischen Herausforderungen leidest, dann findest du hier Hilfe:
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Homosexuelle Initiative Wien (hosi): +43 1 216 66 04
Courage Beratungsstelle: 585 69 66
Gleichzeitig zeigt sich auch Unterstützung innerhalb der Freundesgruppe: Als Fabian seine Angst äußerte, wegen seiner Homosexualität verstoßen oder gar angegriffen zu werden, stellte sich ein Kumpel klar auf seine Seite: "Dann machen wir den einfach fertig!" Dabei fiel Fabian ein Stein vom Herzen: "Das war richtig schön, das hätte ich niemals gedacht."
Heute blickt er nach vorne: Er zog nach München, begann ein Musikstudium und lernte die besser LGBTQIA+-Community kennen.
Sein Fazit: "Ich habe durch das Outing gelernt, dass das Leben viel zu kurz ist, um Angst zu haben." Was Fremde über ihn denken, soll ihn nicht mehr belasten: "Am Ende des Tages ist es halt scheißegal, weil es halt dein Leben ist und du hast nur dieses eine Leben."