Mit schrillen Outfits, knalligem Make-up und klaren Botschaften wurde Olivia Jones (56) zur bekanntesten Dragqueen Deutschlands. Doch hinter der schillernden Fassade steckt auch viel Schmerz.
Auf der Digitalmesse OMR in Hamburg sprach die TV-Ikone jetzt überraschend offen über ihre Jugend und gestand: "Ich hätte hetero gewählt."
Wie "Bild" berichtet, wurde die sonst so laute Entertainerin im Talk mit Moderatorin Janin Ullmann plötzlich ganz nachdenklich.
"Das, was ich bin, habe ich mir nicht ausgesucht", erklärte Jones. "Wenn ich die Wahl gehabt hätte zwischen homosexuell und heterosexuell, hätte ich hetero gewählt. Weil das der einfachere Weg ist."
Mit ihren Aussagen wollte Olivia vor allem Eltern wachrütteln. "Kinder brauchen Unterstützung und Liebe", sagte sie. Besonders alarmierend: Die Gewalt gegen Homosexuelle nehme wieder zu. "Das macht mir große Sorgen."
Trotz ihres Erfolgs erlebt die Reeperbahn-Unternehmerin immer wieder Hass und Hetze – vor allem online. Doch unterkriegen lässt sie sich davon nicht.
"Hass und Shitstorms geben mir Rückenwind", sagte Olivia auf der BILD-Bühne der OMR. Früher sei Hass anders gewesen: "Heute kann jeder anonym im Internet seine Meinung rauslassen."
Gleichzeitig sieht die 56-Jährige auch positive Seiten an Social Media. Gerade jungen Menschen könne das Netz helfen, sich weniger allein zu fühlen. "Ich hatte früher überhaupt keine Vorbilder", erzählte Olivia offen. "Es war total schwierig, Gleichgesinnte zu finden." Mit Instagram und Co. wäre vieles leichter gewesen, glaubt sie heute.