Die Hitzewelle hält zu Beginn der neuen Woche weiterhin an und dauert bis weit über die Wochenmitte hinaus. In der energiereichen Luftmasse ist laut Unwetterzentrale (uwz.at) allerdings auch die Neigung zu teils kräftigen Hitzegewittern in der ersten Wochenhälfte deutlich erhöht. Bis zur Wochenmitte besteht somit lokale Unwettergefahr, besonders durch große Regenmengen in kurzer Zeit und Hagel.
Nur im östlichen Flachland und ganz im Westen bleibt die Gewittergefahr etwas geringer. Ab der Wochenmitte geht die Gewitterneigung generell wieder zurück und die Hitze erreicht gegen Ende der Woche den Höhepunkt. Selbst Temperaturen um 40 Grad und somit auch den österreichischen Hitze-Rekord geraten nach derzeitigem Stand in Reichweite.
Doch wo wird es eigentlich am heißesten und wie lange dauert die Hitzeperiode an? "Heute" wollte es genau wissen und fragte daher bei Wetter-Experte Peter Wölflingseder von UBIMET nach.
Peter Wölflingseder: Österreich lag zuletzt unter dem Einfluss von Hoch GORGIA, das nun vom Hoch HARTMUT abgelöst wird. Verantwortlich für die Hartnäckigkeit ist eine sogenannte Omega-Blocking-Lage: Das Hochdruckgebiet bildet dabei – ähnlich dem griechischen Buchstaben Omega (Ω) – einen mächtigen Hochkeil, der von zwei Tiefdruckgebieten links und rechts flankiert wird. Diese Konstellation blockiert die Westströmung und damit den normalen Zug der Wettersysteme, wodurch das Hoch über Tage nahezu ortsfest bleibt und sich Hitze und Trockenheit festsetzen können.
Im Übergangsbereich der beiden Hochs bleibt die Gewitterneigung zu Wochenbeginn noch erhöht. Ab Wochenmitte übernehmen Sonne und Hitze die Regie, einzelne Hitzegewitter beschränken sich dann auf das südliche Bergland. Zum Wochenende verstärkt sich der Hochdruckeinfluss nochmals, in der Folge stellt sich extreme Hitze mit 32 bis 39, ganz vereinzelt auch bis 40 Grad ein. Damit geraten auch die absoluten Juni-Rekordwerte in Reichweite: Der österreichweite Juni-Höchstwert liegt bei 38,6 Grad, gemessen im Juni 2013 in Waidhofen an der Ybbs.
Bemerkenswert ist vor allem die Dauer: Diese Hitzewelle ist außergewöhnlich lang und setzt in vielen Regionen neue Maßstäbe, denn so lange ununterbrochen heiße Phasen waren bisher dem Hochsommer im Juli und August vorbehalten. Die Kombination aus anhaltender Hitze und hoher Ozonbelastung in den Ballungsräumen wird dabei zur erheblichen Belastung für den menschlichen Organismus.
Konkret erreichen die Höchstwerte heute 28 bis 34 Grad, und auch am Dienstag und Mittwoch bleibt es mit 28 bis 34 Grad ähnlich heiß. Am Donnerstag steigen die Temperaturen auf 29 bis 35 Grad, am Freitag weiter auf 30 bis 37 Grad. Am kommenden Wochenende wird schließlich mit 32 bis 39, lokal bis 40 Grad der Höhepunkt der Hitze erreicht.
Am Montag liegt der Hitze-Hotspot im Westen, etwa im Inntal mit bis zu 34 Grad. Im Laufe der Woche verlagert er sich in den Osten des Landes, heiß bleibt es aber überall. Die Tageshöchstwerte werden dabei typischerweise zwischen rund 15 und 17 Uhr erreicht.
Die Hitze hält mindestens bis über das kommende Wochenende an, wobei der vorläufige Höhepunkt am Wochenende selbst erreicht wird. Diese Hitzewelle ist für den Juni außergewöhnlich lang, ein klares Ende lässt sich aus den derzeitigen Daten noch nicht verlässlich ableiten.
Nein, aktuell nicht. Die Spitze der Hitzewelle liegt klar im Südwesten Europas: Portugal, Spanien und Frankreich melden bereits über 40 Grad und erwarten in den nächsten Tagen Temperaturen bis 42 oder 43 Grad. In Frankreich wurden zahlreiche Juni-Hitzerekorde dabei gebrochen. Österreich ist also nicht unter den 3 heißesten Ländern Europas.
Ab Mittag bilden sich im Berg- und Hügelland wieder einige Gewitter. Primär muss dabei mit Starkregen und lokal auch kleinkörnigem Hagel gerechnet werden, vereinzelt sind lokale Überflutungen und vollgelaufene Keller möglich. Auch im östlichen Flachland und im Südosten steigt die Gewitterneigung am Nachmittag vorübergehend etwas an.
Der Schwerpunkt liegt generell im Berg- und Hügelland. Dort muss punktuell mit unwetterartigen Entwicklungen durch Starkregen gerechnet werden.
Der Dienstag zeigt sich von seiner hochsommerlichen und häufig sonnigen Seite. Lediglich im Bergland besteht am Nachmittag neuerlich das Risiko einzelner, aber heftiger Gewitter. Dabei frischt der ansonsten nur schwache bis mäßige Nordwind vorübergehend kräftig auf. In weiten Landesteilen bleibt es aber trocken und unverändert heiß, die Temperaturen erreichen 28 bis 34 Grad.
Am Mittwoch scheint verbreitet die Sonne, über dem Berg- und Hügelland besteht am Nachmittag neuerlich das Risiko einzelner, aber heftiger Gewitter. Insgesamt geht die Gewittergefahr aber zurück und im östlichen Flachland verläuft der Tag trocken, zudem ist die Luft etwas weniger schwül. Heiß bleibt es dennoch, die Höchstwerte liegen zwischen 28 und 34 Grad.
Am Donnerstag scheint von früh bis spät die Sonne, die Gewitterneigung ist selbst über den Bergen gering. Der Wind weht meist schwach, am Alpenostrand auch mäßig aus nördlichen Richtungen und bei 30 bis 36 Grad wird es noch etwas heißer.
Der Freitag bringt verbreitet strahlend sonniges Wetter, dazu weht der Wind schwach bis mäßig aus östlichen Richtungen. Tagsüber bilden sich nur im Bergland ein paar harmlose Quellwolken. Mit 33 bis 37 oder 38 Grad wird es extrem heiß.